Mittwoch, 18. Juli 2018

Gott kennt mein Baby - Psalm 139

Seit ich bei YWAM bin weiß ich nicht nur über die Kraft unserer Worte, sondern habe sie erlebt und bin davon überzeugt. 

Die Bibel sagt dazu in Sprüche 18,21: "Worte haben Macht: Sie können über Leben und Tod entscheiden. Wer sich gerne reden hört, muss mit den Folgen leben."
Das mag etwas extrem erscheinen. Aber in den Lebensgeschichten von meinen Mitstudenten und auch in vielen anderen Geschichten wird immer wieder deutlich: was über Kinder ausgesprochen wird, vor allem natürlich, wenn sie es bewusst hören und verstehen, das prägt sie. Selbst an ein einziges negatives Wort kann man sich unter Umständen sein Leben lang erinnern. 
Aber unsere Worte haben auch im spirituellen Raum Kraft: durch sein Wort erschafft Gott die Welt; Jesus heilt Kranke, sogar aus der Ferne (Matthäus 8,8) und stillt den Sturm durch sein Wort, er bringt Dämonen zum Schweigen und richtet sein Wort an Ausgestoßene und Frauen um ihnen Heilung und Wertschätzung zu bringen. 

Darum ist es mir jetzt schon wichtig, auch wenn das Baby noch im Bauch ist, welche Worte ich über es ausspreche. Worte können Berge versetzen :) (Markus 11,23). 
Welche schöneren, liebenderen, bedingungsloseren Worte könnte es geben, als einen Liebesbrief. Ein Liebesbrief von Gott an uns als seine Kinder steht in Psalm 139. Diesen Psalm lese ich meinem Kiwibaby vor, auch obwohl es noch in meinem Bauch ist, meine Stimme kann es bereits hören. Und ich mache der unsichtbaren Welt klar: mein Baby wird von Gott wundervoll "gestrickt" (das finde ich so schön in der englischen Übersetzung) und niemand darf da "reinpfuschen". Und da es verschiedene Übersetzungen gibt und manches für ein Baby etwas angepasst werden kann, habe ich eine eigene Version aus verschiedenen Übersetzungen zusammengeschrieben :) Diese teile ich gerne mit euch, dass ihr sie auch über eure Kinder aussprechen könnt :)

Love, anni


Mein Kind,
Unser Gott weiß alles, was es über dich zu wissen gibt. Er sieht jede Bewegung deines Herzens und deines Körpers. Bevor du einen Gedanken denken kannst, kennt der Herr ihn schon. Gott ist auch mit deinem intimsten vertraut, er liest dein Herz wie ein offenes Buch. Noch bevor du überhaupt reden kannst, weiß er genau was du sagen willst und wirst. 
Er kennt schon jetzt jeden Schritt, den  du einmal tun wirst. Erst an meiner Hand und dann immer selbstständiger und weiter weg von mir. Aber niemals weit weg von Gott. Denn von allen Seiten umgibt der Herr dich und hält seine schützende und liebende Hand über dir.
Dass unser Herr Jesus dich schon jetzt so genau kennt, besser als ich, ist unbegreiflich, zu hoch, ein unergründliches Geheimnis. Selbst wenn du dich manchmal lieber verstecken willst, gibt es keinen Ort, den Gott nicht sieht. Egal ob du hoch in den Himmel fliegst wie ein Flugzeug, er ist da! Egal ob du dich unter der Erde verstecken willst, auch dort ist er. Wenn du mit Flügeln in den Sonnenaufgang im Osten fliegst, ist Gott dein Vater dort. Im strahlenden Sonnenuntergang im Westen wartet dein Papa schon mit ausgebreiteten Armen auf dich um dich aufzufangen, zu stärken und zu führen. 
Für Gott ist selbst die dunkelste Nacht so hell wie der Tag, weil Jesus selbst das Licht ist und mit seiner Gegenwart Licht in deine Dunkelheit bringen wird. 
Gott schafft dich gerade - deinen Körper und deine Seele, der Vater gibt dir deine Identität und seinen Geist, während du in meinem Bauch wächst. 
Herr wir danken dir, dass du unser Kind so wunderbar und einzigartig, so komplex und wunderbar gemacht hast! Deine Schöpfung ist immer großartig! 

In meinem Bauch wächst dein kleiner Körper, jeder Knochen und jedes Organ fügt der Schöpfer kunstvoll zusammen und gibt dir Leben aus mir zwei klitzekleinen Zellen, eine von Mama und eine von Papa. Keiner sieht dich in meinem Bauch, deinem geheimen Ort, aber Gott bist du nicht verborgen. 
Gott sieht schon die Person, die du einmal sein wirst, obwohl dein erster Tag auf der Erde noch nicht da ist. 
Jeden Moment denkt Gott an dich, noch öfter als ich. Wie wertvoll ist es, dass der Heilige Geist schon jetzt für dich betet und dich erfüllen möchte. Gottes Gedanken über dich sind zahlreicher als der Sand am Meer. 
Ich lade dich ein, Gott: durchforsche mich und mein Kind, Heiliger Geist. Sieh mir ins Herz und prüfe meine Gedanken und Gefühle, ob ich in Gefahr bin, dir untreu zu werden. Dann überführe mich und hole mich und mein Kind auf den ewigen und herrlichen Weg zurück, der in deine Arme führt. 

Psalm 139 


(The Passion Translation, ESV, Hoffnung für Alle und ein bisschen Annika 😉)

Donnerstag, 12. Juli 2018

Vanuatu

Im Juni waren wir in der Pause zwischen unserer DTS und der Mitarbeit bei der nächsten DTS für 3 Wochen in Vanuatu. 
Vanuatu ist ein melanesischer Inselstaat im Pazifik, östlich von Australien und westlich von Fiji, was vielleicht etwas bekannter ist. 
Die Hauptinsel, die wir besucht haben, heißt Efate und die Hauptstadt ist Port Vila. Vanuatu ist geprägt von englischem und französischem Kolonialismus und erst seit 1980 unabhängig. 
Landschaftlich ist Vanuatu eine Perle im Pazifik, die über 80 Inseln sind geprägt von Vulkanen, Regenwald und wunderschönen Stränden. 

Die Strände waren es allerdings nicht, die uns nach Vanuatu gezogen haben. 
Unsere Base "Marine Reach" besuchte Vanuatu mit verschiedenen Schiffen schon seit 20 Jahren und seit ein paar Jahren ist dort eine feste Base eingerichtet: ein Gästehaus, das GraceHouse, und eine Tagesklinik. 
Der Bedarf in Vanuatu ist neben der gesundheitlichen Versorgung ganz klar Gewaltprävention und Aufklärung, Hilfe und Unterstützung für Familien. 
Das ist es, was Tobias und mich nach Vanuatu gelockt hat. Denn für Familie schlägt unser Herz. 

Es ist mir so ein Herzensanliegen, dass Kinder gleiche Chancen haben, dass sie Liebe von Anfang an erfahren und dass ihre Mütter in ihrer Rolle als Mama eine Natürlichkeit, Schönheit und Liebe entdecken, die nur von Gott kommen kann. 
Tobias Herz brennt dafür, Männer aus ihrer Komfortzone zu locken und in ihre gottgegebene Verantwortung und männliche Stärke zu rufen. 
Genau das ist es, was Familien ausmacht: präsente, liebevolle Väter, die ihre Kinder in ihre Identität führen und Mütter, die die göttliche Aufgabe und Schönheit in der Kindererziehung entdecken. 

Anfang Juli wurde in Vanuatu als Teil unserer Base ein neues Gebäude eingeweiht: ein Familienzentrum. Bis jetzt ist es ein großes leeres Haus mit einer tollen Küche, Platz für Schlafzimmer für Mitarbeiter und getrennte Schlafräume für Frauen und Männer, einem großen Gemeinschaftsraum und einer Veranda, die auf ein gemütliches Schwätzchen einlädt. Auch einen Klassenraum, ein Konferenzzimmer und ein Büro gibt es. Sogar ein Labor ist vorhanden, bei dem eine YWAM-Missionarin Kurse für Einheimische und als secondary school für YWAMer halten wird. 

Ganz viele tolle Möglichkeiten und Raum gibt es und das Gebäude will nun mit Leben und Vision gefüllt werden. 
Und eventuell werden wir dabei eine Rolle spielen. In Vanuatu. Mit unserem Baby. 
Das wollten wir herausfinden. 
Darum, und um ein bisschen bei den letzten Vorbereitungen für die Einweihung zu helfen, sind wir nach Vanuatu geflogen. 
Wir sind ohne eine konkrete Antwort zurück gekommen, aber nun wissen wir, wie es dort aussieht, hatten ein kleines „taste&see“ und wir können es uns gut vorstellen. Wir warten auf ein klares Wort von Gott und wenn er sagt „geht“, dann gehen wir. Wir drei, dann, nach Vanuatu. Zum Familienzentrum als Familie. 

Wir werden sehen und ich halte euch gerne auf dem Laufenden. Wer unseren Rundbrief erhalten möchte, kann sich gerne bei mir melden. 

Hast du schon einmal von Vanuatu gehört?

Love, anni





Dienstag, 10. Juli 2018

Wir sind Missionare!

Tobias und ich sind ab heute eine Missionarsfamilie. Morgen beginnt das Mitarbeitertraining für die DTS. An einer DTS, der Jüngerschaftsschule von YWAM (deutsch JMEM), haben wir von Januar bis Ende Mai selbst teilgenommen und wir finden: jeder sollte eine DTS machen. 
Aber warum? 

Weil die wöchentlich wechselnden Themen extrem geistliches Wachstum fördern, dadurch, dass Informationen und Methoden geliefert werden, aber vor allem auch dadurch, dass zum eigenen Wunsch nach Wachstum angeregt wird. Die Informationen sind dann nur Mittel zum Zweck, wenn sie nicht angewendet werden, ist eine DTS nutzlos. 
Außerdem wird die Chance gegeben, Wunden aus der Kindheit und Jugend aufzudecken und von Jesus heilen zu lassen. Negative und konstruktive Muster, mit denen wir leben, haben alle irgendwo eine Wurzel. Manchmal kennen wir sie gar nicht. Manchmal haben wir sie verdrängt. Manchmal sind sie uns täglich bewusst. Jeder hat seine eigene Geschichte und in der ersten Woche der DTS hat jeder die Möglichkeit, seine Geschichte, sein dunkelstes Geheimnis, seine tiefsten Ängste und schlimmsten Erlebnisse zu erzählen. 
Manchmal kommt die Heilung schon durch das Bewusstwerden und Aussprechen. 
Meistens kommt die Heilung durch das anschließende Gebet von all den Mitstudenten und Mitarbeitern. 
Allein für diese verrückte, peinliche, befreiende Woche lohnt sich eine DTS bereits. Und die nachfolgenden 10 Wochen mit Vorlesungen zu unterschiedlichen Geistlichen Themen geben noch zusätzliche Hilfestellungen, die neu gewonnene Freiheit und das wiederhergestellte Leben in einer gesunden Beziehung mit Jesus zu vertiefen. 


Danach geht es in den 7-wöchigen Outreach, um das Gelernte noch praktischer anzuwenden und Gottes Liebe zu den Menschen zu tragen. 
“Gott kennen und bekannt machen” ist das Motto von YWAM, in dieser Reihenfolge. 
Diese Kombination; erst bei Gott sein, ankommen, ihn besser kennenlernen, aber auch herausgefordert werden und praktisch zu werden, gefällt uns ganz besonders gut. 

Darum haben wir uns entschieden, bei der nächsten DTS, die Ende Juli beginnt, als Mitarbeiter dabei zu sein. 
Natürlich muss nicht wirklich jeder eine DTS machen. Aber jeder Mensch sollte sich und seine Handlungsmuster hinterfragen, seine Beziehung mit Jesus mit ganzem Herzen verfolgen und Gottes Liebe bekannt machen. Und manchmal hilft es einfach am allerbesten, aus dem Alltagstrott auszubrechen und das in einer Gemeinschaft, wie an einer Jüngerschaftsschule oder Bibelschule zu tun :) Und diesen Rahmen wollen wir jungen (und auch älteren!) Menschen bieten, ihnen als Mentoren zur Seite stehen, ihnen auf ihrem Weg helfen und außerdem auch das Rahmenprogramm und Organisatorisches erledigen. 

Bis Oktober werden wir also noch in Neuseeland sein, bei unserer YWAM Base Marine Reach. 
Vielleicht hast du ebenfalls auf dem Herzen, in junge Menschen zu investieren, aber in deine Lebenssituation passt eine Auszeit als Vollzeit-Mitarbeiter irgendwo am anderen Ende der Welt gerade nicht so hinein. 
Dann hast du (mindestens) zwei Möglichkeiten: 
  • Halte die Augen offen. Junge Menschen (oder eine Zielgruppe, die Gott dir aufs Herz gelegt hat) gibt es überall und fast immer suchen sie Orientierung, einen Mentor oder einfach einen Ort, an dem sie mal sie selbst sein dürfen, mit allen Zweifeln, Fragen und schrägen Ausflippern. Vielleicht bist du die Person, für die sie gebetet haben!
  • Du kannst uns finanziell unterstützen und somit unsere Aufenthalt und unsere Arbeit ermöglichen. Ermöglichen, dass junge Menschen in die Freiheit und in ihre Identität in Christus geführt werden. 
Wenn du uns unterstützen möchtest freuen wir uns darüber sehr. Als Missionare bei YWAM erhalten wir kein Gehalt für unsere Arbeit, und müssen außerdem für Kost und Logis selbst aufkommen. Nebenher zu arbeiten ist nicht möglich, daher sind wir auf Gottes Versorgung angewiesen und darauf, dass er Menschen schickt, die uns konkret finanziell unterstützen. 
Unsere monatlichen Kosten pro Person sind 360€, für uns beide sind es also 720€. 
Wir sind erstmal nur für eine kurze Zeit Missionare, ab Oktober werden wir wieder in Deutschland sein, unser Baby wird im Dezember auf die Welt kommen und dann wollen wir erstmal als Familie zusammen finden. 
Wie es dann weitergeht, ist uns noch nicht klar, aber wir können uns gut vorstellen, weiterhin und für einen längeren Zeitraum mit YWAM zusammen zu arbeiten. Dies würde bedeuten, dass wir ab Mitte nächsten Jahres weiterhin auf finanzielle Unterstützung angewiesen sein könnten. 

Unser Trauvers ist Matthäus 6,33: “Wenn ihr für Ihn lebt und das Reich Gottes zu eurem wichtigsten Anliegen macht, wird er euch jeden Tag geben, was ihr braucht.” 

So erleben wir das bis jetzt und darauf vertrauen wir auch weiterhin. 

Wenn du uns unterstützen möchtest, geht das z.B. hier ganz leicht über PayPal (annikadietrich(at)aol.com) oder du nimmst über die gleiche Adresse Kontakt mit mir auf. 

Wo bist du in deinem Leben missionarisch aktiv? Wir haben nämlich alle die gleiche Mission, egal ob als vollzeitlicher Beruf oder einfach im Alltag! Gott kennen und seine Liebe bekannt machen! 


Love, anni

Donnerstag, 28. Juni 2018

Hier wächst (endlich wörtlich) Liebe

Hier wächst Liebe. So heißt mein Blog schon 3 Jahre. Aber endlich wächst auch ganz wörtlich ein kleines Liebeswunder in meinem Bauch ❣️ Im Dezember erwarten wir unser erstes Baby. Und wir freuen uns so!


Hier in Neuseeland bei der DTS haben wir viel gelernt, über uns und über Gott. Wir hatten ziemlich am Anfang der Schule einen Lehrer, sein Name ist Femi. Er lehrte uns über „kadosch“.
Kadosch ist das hebräische Wort für heilig. Er forderte uns auf, herauszufinden was in unserem Leben heilig sein soll, also für Gott beiseite gesetzt. Quasi ein Opfer für Gott.
In seinem Fall ist es beispielsweise ein bestimmtes Zimmer in seinem Haus, das er Missionaren zur Verfügung stellt.
Sofort dachte ich an meine spätere Rolle als Mutter, Kindererziehung, all die Kinder, die irgendwann bei uns sein würden. Ich dachte an die prophetische Zusage über mein Leben, dass ich eine Mutter für viele sein würde.
Da machte Femi uns auf Götzen in unserem Leben aufmerksam und sagte, dass ein Götze niemals ein Opfer, also heilig, sein kann. Ein Götze muss ans Kreuz und in unserem Leben sterben. Was kennzeichnet einen Götzen in meinem Leben? Etwas, das mir wichtiger ist als Gott. Etwas, an das ich mich klammere, das mir scheinbar Sicherheit gibt. Etwas, mit dem ich all meine Zeit und Gedanken fülle. Das kann selbst eine Prophetie sein, wenn ich anfange, mich darüber zu definieren und meine Sicherheit durch diese Zusage erhalte.
Das saß.
Sofort habe ich gewusst, dass ich das Muttersein ans Kreuz legen muss. 
Und wenn Gott will, dass ich Mama bin, vielleicht sogar eine Mutter für viele, dann wird er es wieder auferstehen lassen. Aber es liegt an ihm. Ich war bereit, ihm alles hinzulegen. Bereit, niemals Mama zu sein. Es war hart, gleichzeitig brachte es mir so viel Freude. Gott gab mir eine neue Zusage in der Zeit danach.

Dann kam die 7. DTS-Woche. Das Thema: Jesu Herrschaft in meinem Leben. Und diese Woche hat unser Leben verändert. Wieder ging es darum, was in unserem Leben sterben muss, dass Jesus mehr Raum einnimmt. Ich überlegte und überlegte, denn wir sollten einen konkreten Gegenstand als Symbol vor dem Kreuz ablegen. Ich war im Gespräch vertieft, als ich plötzlich einen ganz unabhängigen aber so klaren Gedanken in meinem Kopf habe: „Leg ein Kondom ans Kreuz“ Definitiv nicht, habe ich gedacht. Peinlicher geht es ja kaum. Ich bin aber überzeugt, dass der Gedanke Gottes Reden war.
Also musste ich mich damit auseinander setzen.

Auch mit Tobi musste ich darüber sprechen, es war ja eine Entscheidung mit Folgen. Und da ich ja das Muttersein schon ein paar Wochen zuvor ans Kreuz gebracht hatte, war ich etwas verunsichert. Aber nach einem Gespräch mit Tobi stellte sich heraus, dass er ebenfalls eine Bestätigung von Gott bekommen hatte, dass es der richtige Zeitpunkt ist auf Verhütung zu verzichten.

Also legte ich vor 100 Mitstudenten, Mitarbeitern, unserem Schulleiter und dem Lehrer dieser Woche ein Kondom ans Kreuz. Ja und jetzt lässt Gott hier Liebe wachsen. Er hat meinen Wunsch und die Zusage, dass ich eine Mutter sein werde, “auferstehen” lassen. Dieses Baby ist viel mehr als nur ein Kind für uns. Es ist ein Versprechen Gottes, ein Zeichen seiner Liebe und Treue für uns.

„Du kannst dich fest darauf verlassen. Ich werde dich überreich mit meinem Segen beschenken und dir viele Nachkommen geben.“ - Hebräer 6,14


💞Love, anni, tobi & baby 💞

Freitag, 1. Juni 2018

Zwischenstopp

Ein kurzer Zwischenstopp. Eine Woche “daheim” an unserer Base. Eine Woche Wiedersehen nach sieben Outreachwochen, nur um wieder Tschüss zu sagen, auf unbestimmte Zeit oder in unserem Fall und für manche Freunde Bis Bald. 
Denn wir sind nur in einer Pause. Wir bleiben in Neuseeland und werden als Mitarbeiter für die nächste Schule hier sein, noch bis Oktober. 

Cross Island Hike auf Rarotonga
Bis zur nächsten Schule geht es aber noch 6 Wochen und die nutzen wir für ein kleines “Taste & See” von Vanuatu. Im Inselstaat Vanuatu gibt es auf der Hauptinsel Efate von unserer Ywam Base ein Familienzentrum, das im Juli eröffnet wird. Und wir wollen schauen, ob wir uns vorstellen können, längerfristig dort zu sein. Denn unser Herz ist es, Familien zu unterstützen, zu fördern und Jesu Liebe in Familien zu bringen.
Tobi möchte sich gerne in Männer investieren. Bei “Der 4. Musketier” hat er das bereits in Deutschland gemacht. In Vanuatu sind viele Männer gewalttätig, nehmen ihre Verantwortung nicht wahr und sind keine präsenten Familienväter. 
Mein Herz ist es, die frühe Beziehung zwischen Mamas und Kindern zu stärken und so die Frauen zu befähigen, zu dem was sie eigentlich intuitiv können und wie Gott sie gemacht hat: ihren Kindern einen guten Start zu ermöglichen und sie zu lieben, mit ihnen von klein auf Jesu Liebe zu teilen. 
Im Familienzentrum auf Efate könnten wir das gut verbinden. 
Morgen geht es los nach Vanuatu und in drei Wochen wissen wir dann mehr, ob die Arbeit dort zu uns passt. 

Kids Camp
Die letzten Wochen waren gefüllt mit dem Outreach der DTS auf den Cookinseln und in Neuseeland und es war so gut. Wir haben Heilungen gesehen, wie Menschen Freude finden wenn sie ihr Leben Jesus geben, haben im Gefängnis und im Krankenhaus Gottes Liebe geteilt. Wir haben ein zweiwöchiges Kinderferiencamp durchgeführt und Kinder in Schulen besucht. Es waren volle, gute Wochen über die ich bestimmt noch mehr berichten werde. Denn Gott gebührt die Ehre! 
Und gestern war unsere Abschlussfeier, die Hälfte ist nun schon abgereist und der Rest verlässt morgen die Base. 


Graduation

Ihr Lieben, ich verabschiede mich noch einmal für die nächsten drei Wochen um dann mit noch mehr Geschichten und Neuigkeiten zurück zu sein. 

Love, anni 

Donnerstag, 29. März 2018

Dornröschen ist wach!

Meine Freundin, meine Schöne,
steh auf und komm mit mir! (Hoheslied 2,10)!


So habe ich schon vor fast zwei Jahren zur Dornöschen-Revolution aufgerufen. Was ist seit dem bei mir passiert? Schlafe ich noch den Dornröschenschlaf oder lebe ich schon?

Unmittelbar nach dem Posting im April 2016 war ich in Uganda. Dort habe ich zu Tobias gesagt, dass ich es zwar auch nicht ganz verstehe, aber mich so lebendig wie noch nie in meinem Leben fühle! Jetzt langsam sehe ich den Zusammenhang und verstehe besser, wieso ich mich so lebendig gefühlt habe, als wir dort waren. Es lag jedenfalls nicht daran, dass wir in Uganda waren, zumindest nicht nur. Ich möchte es euch genauer erklären. 

Denn hier momentan lebe ich mehr denn je! Das liegt nicht daran, dass ich wieder in einem wunderschönen Land auf der anderen Seite der Welt bin.
Hier während der DTS merke ich, wie Gott mich gemacht hat, was er allwelche Geschenke er mir gegeben habt und was ich damit machen kann! Und das ist so wunderbar zu entdecken. Das ist es, was mich lebendig macht! Jesus in mir. Der Heilige Geist und seine Frucht und seine Geschenke in mir.
es in mich hineingelegt hat,

Seine Freude und Liebe, sein Frieden, seine Geduld, seine Freundlichkeit, Treue und Güte, seine Sanftmut und Selbstbeherrschung. (vgl. Galater 5)
Seine Barmherzigkeit, seine Weisheit, Glauben durch ihn, Lehren durch ihn. (vgl. 1. Korinther 12)
Sein Hirtenherz. (vgl. Epheser 4)

Sicher kennt ihr das, von euch selbst noch oder von euren Kindern, auf einer Party oder an einem schönen Tag will man einfach nicht ins Bett gehen, aus Angst etwas zu verpassen und bei diesem schönen Erlebnis bleiben zu wollen. 
So ähnlich geht es mir hier auch. Nicht wörtlich, denn da ich momentan versuche um 5.00 Uhr aufzustehen zieht es mich abends recht früh ins Bett :D Aber in meinen 25-jährigen Dornröschen Schlaf möchte ich nie wieder zurück.
Je mehr ich meine Identität in Jesus entdecke, desto mehr Freude habe ich in meinem Leben.
Ich bin nicht einfach so zufällig auf dieser Erde. Gott wollte mich. Er hat genau geplant wo, in welcher Familie und wann ich auf die Welt komme, wen ich heiraten werde und was ich mit diesem verrückten Mann in Uganda und in Neuseeland und wer weiß wo noch machen werde.

Er wollte mich genau so, wie ich bin: offene Augen, die viel wahrnehmen, ein Herz, das schnell bewegt wird, Füße, die bereit sind zu gehen. Ein Wunsch, Familien zu stärken. Eine Ausbildung in Kindheitspädagogik. Eine Liebe für Kleinkinder. Eine Leidenschaft für Gemeinschaft unter Frauen.
Das alles hat Gott in mich hineingelegt und ich bin noch immer dabei mich selbst zu entdecken bzw. die Geschenke, die Gott mir mit auf den Weg gegeben hat. Meine Freude und meine Bereitschaft, schnell zu reagieren und freundlich zu helfen entdecke ich gerade!

Ich bin aus meinem Schlafwandeln aufgewacht und ich kann dir sagen: Raus aus den Federn, es lohnt sich! In Uganda, in Neuseeland oder in Deutschland ist total egal! "Gott hält die ganze Welt in seiner Hand, er hält auch dich und mich in seiner Hand", heißt es in einem bekannten Kinderlied.

Wach auf, frage Gott, was er in dir sieht, welche Schätze er in dich hineingelegt hat. Und vergrabe deine Schätze nicht weiter, sondern hol sie ans Licht, nutze sie, freu dich an ihnen. Dann wirst du dich lebendiger fühlen!

Welche Schätze wollen in dir freigelegt werden? Schläfst du noch oder lebst du schon?

love,
anni

Donnerstag, 22. März 2018

YWAM Update: Halbzeit

Wanderung zu einem Wasserfall
Es wird mal Zeit für ein Update zu unserer Zeit hier bei YWAM in der Jüngerschaftsschule (DTS). Bis jetzt haben wir die Freiheit genossen, weder einen Rundbrief zu schreiben noch hier auf dem Blog regelmäßige Updates zu geben, aber da wir mittlerweile die Hälfte der DTS erreicht haben, wir in 2 Wochen bereits im Outreach sind und sich außerdem gerade einige Zukunftsdinge entwickeln, habe ich das Bedürfnis, ein bisschen zu teilen, wie es uns momentan geht.


Rückblick:
mount maunganui
Wir sind nun schon seit 10 Wochen hier und es wird immer schöner! Wir lernen so viel! Wir haben Gott auf ganz neue Art kennen gelernt. Wir haben gute und tiefe Freundschaften geknüpft, wir verbringen die Tage gemeinsam, teilen unsere tiefsten Wünsche und Erlebnisse miteinander, haben keine Geheimnisse und keine Scham voreinander und das macht uns zu einer richtig coolen Gruppe. Wir sind 65 Studenten und mit Mitarbeitern rund 100 Leute, die hier in Gemeinschaft leben. Das ist nicht immer einfach und bringt Herausforderungen mit sich, zum Beispiel unterschiedliche Ansprüche an Hygiene, deutsche Vorstellungen von Mülltrennung werden zunichte gemacht, Pünktlichkeit... aber das alles ist nichts im Vergleich zu dem Schatz, den wir aneinander haben. Wir sind eine Whanau, eine Familie. Da nervt man sich schon mal, aber wir lieben uns.
just a normal Family Dinner
Wir haben gemeinsam Ausflüge gemacht, eine Woche an einer anderen Ywam Base in Matamata verbracht, wir putzen zusammen, wir weinen zusammen, wir beten füreinander. Die Hälfte unserer Schule wurde im Ozean getauft.
Teilen vor der Taufe
Wir lernen schottische Tänze, haben Ladiesnight mit Eis und crazy dance Parties und wir lachen und lachen und lachen zusammen.
Schottischer Abend mit einem Ceilidh

meine Freundin Elizabeth und ich
Momentan:
Im Moment bereiten wir uns auf unseren Outreach vor und genießen die letzten zwei Wochen mit unserer gesamten Schule, denn zum Outreach gehen wir in kleineren Teams.
Wir haben diese und nächste Woche noch unsere letzten Unterrichtseinheiten, diese Woche is das Thema "Heiliger Geist". Diese Woche ist ziemlich verrückt und so so gut, wir haben eine geniale Heilung erlebt diese Woche, von der ich euch in einem extra Post erzählen möchte.
Auch von den einzelnen Themen, die wir wöchentlich durchnehmen, werde ich euch weiterhin Stück für Stück erzählen.
unser Wasserfall

Ausblick:
Am 5.4. fliegen wir mit unserem Team "Go Pacific" auf die Insel Rarotonga in den Cook Islands.
Go Pacific Team
Annika, Anika, Annika!!
Dort werden wir 7 Wochen in einem anderen Land verbringen um den Menschen dort zu dienen, weiterzugeben, was wir hier gelernt haben, mehr zu lernen und unsere Reise mit Jesus weiterzugehen. Wir gehen als "Missionare", was einfach heißt: Wir leben als Menschen die Jesus lieben und erzählen von seiner Liebe. Außerdem wollen wir diese Liebe praktisch sichtbar machen.
Auf Rarotonga werden wir 4 Wochen sein, dann kommen wir zurück nach Neuseeland und die restlichen 3 Wochen der Outreachzeit verbringen wir im Norden von Neuseeland, wo wir einer anderen YWAM-Base dienen werden und zwei Wochen einen Roadtrip machen und mit Maori Familien Kontakte aufbauen wollen.

Die letzte Woche der Schule (letzte Mai-Woche) verbringen wir alle gemeinsam nochmal an der Base und werden uns von den Wundern, den Herausforderungen und der genialen Zeit erzählen, die wir erlebt haben.

Wochenend-Dienst: die Weekend Warrior!
Und danach hat Gott gute Pläne für uns. Wir sind noch mit Gott im Gespräch, aber bald können wir mit euch teilen, wie es für uns weiter geht :)

love,
anni (&tobi)

Donnerstag, 15. März 2018

Grab' in der Bibel!

Ich habe bereits in anderen Posts schon mal erzählt, dass ich gerne in meiner Bibel male. Das hat sich nicht geändert. Bibleartjournaling nennt sich das – Ich mache meine Bibel zu einem Bibelkunsttagebuch.
Für die DTS (Jüngerschaftsschule) habe ich mir sogar extra eine neue Bibel bestellt, dass ich ganz neu starten kann in dieser besonderen Zeit hier. Und ich merke:
„art“ nimmt ab und „journaling“ nimmt zu! Beziehungsweise verknüpfe ich beides immer mehr im gleichen Bild und die Angst, dass es nicht schön aussehen wird, verschwindet komplett. Denn wichtig ist mir beim Bibleartjournaling:
#Informationen und Gefühle festhalten
#Gottes Zusagen verdeutlichen
#schöne Momente festhalten
#die Kernaussage, die eine Stelle für mich hat, festhalten und verinnerlichen
#beim Zurückschauen und Durchblättern Informationen sowie Erlebnisse schnell wiederfinden

Das sind ziemlich viele Anforderungen für eine Bibelseite und natürlich trifft nicht immer alles auf ein Journaling zu. Aber so wird die Bibel lebendig – nicht dadurch, dass die schwarzweißen Seiten bunt und kreativ werden, sondern dadurch, dass ich die Kreativität meines Schöpfers und das bunte und wunderschöne entdecke, das er für mich geplant hat.

Die Bibel ist das einzige Buch, bei dem der Autor anwesend ist, während du es liest. Der Heilige Geist (2. Tim. 3:16) möchte mit dir sprechen: durch die Bibel und auch sonst im Alltag. Auch wenn es chaotisch wird oder wild, wenn es schmutzig wird oder blutig, wenn es fröhlich wird oder traurig. Gott ist in allem dabei und trägt dich, sein geliebtes Kind, durch.
Die Bibel ist so ein Schatz und eine Hilfe dabei! Ich bin furchtbar traurig, dass all die Jahre dieser Schatz auf meinem Nachttisch lag und ich viel zu wenig gegraben habe. Ja, beim Graben werden die Hände schmutzig – aber der Schatz ist es immer wert!


Fang an zu graben – auf deine eigene kreative Art – und lass dich überraschen welchen Schatz zu finden wirst!
love, anni


Samstag, 10. März 2018

Ehe die Kinder da sind

Die Ehe, ehe die Kinder da sind. Davon will ich euch heute erzählen.
Tobias und ich sind seit knapp 5,5 Jahren verheiratet. Ich schätze zu diesem Zeitpunkt haben viele Ehepaare schon Kinder, beziehungsweise gibt es ja auch viele Paare, die erst die Kinder bekommen und dann heiraten.

- Ich möchte mit diesem Post keinerlei Wertung abgeben, nur von unseren eigenen Erfahrungen berichten - 

Denn ich liebe es, dass ich Tobias noch für mich alleine habe. Ganz egoistisch und einfach: ich muss weder seine Liebe, noch seine Aufmerksamkeit, noch seine Zeit teilen. Und auch meine freie Zeit kann ich ungeteilt für ihn nutzen. Wir können stundenlang im Café sitzen, abends müssen keine Kinder ins Bett gebracht werden, wir müssen uns nicht nach den Bedürfnissen einer dritten Person richten.
Nur zu zweit zu sein ist wunderbar. Es ist schließlich die Grundlage. Tobias ist der Mann, mit dem ich alt werden will. Nicht mit meinen Kindern! Sie begleiten uns wahrscheinlich nicht mal die Hälfte unseres Lebens so nah und im gleichen Haus. Der Partner jedoch für immer, so Gott will!

Natürlich freue ich mich darauf, eine Familie mit ihm zu gründen. Kinder sind ein Geschenk des Herrn (Psalm 127,3) und wer mich kennt weiß, dass ich Kinder liebe und es eigentlich kaum erwarten kann, unsere Familie zu erweitern und unsere Liebe wachsen zu lassen. :)
Denn das ist es doch, was Kinder mit unserer Liebe machen: sie lassen sie nicht nur sichtbar werden, wie man oft hört, sie lassen sie auch wachsen, bringen unsere Kapazitäten und Gefühle auf ein ganz neues Level. Und geben uns ein tieferes Verständnis von Gottes Liebe als Vater.
Kaum eine Liebe ist wohl so bedingungslos und unvoreingenommen wie die einer Mutter oder eines Vaters zum Kind. Das Kind ist die Frucht einer Ehe, aber viel mehr als nur Lebenserhaltungstrieb. Es geht viel tiefer, denn Gott gibt einen klaren Auftrag, den wohl jeder kennt: Seid fruchtbar und vermehrt euch! (Genesis 2) Kinderkriegen ist biblisch. Und ich bin überzeugt, dass Gott nicht einfach nur die Erde bevölkern wollte. Er wollte für uns, dass wir diese Elternfreuden erleben, seine väterlichen Sorgen und Wünsche für uns nachvollziehen können und schließlich sind wir in seinem Bild gemacht. Er ist der Schöpfer, der Vater. Wir dürfen mit-ihm-kreieren, Vater und Mutter sein, Leben weitergeben, weil er Vater ist.

Und trotzdem bin ich dankbar für diese letzten 5,5 Jahre nur zu zweit. Ehe, bevor die Kinder da sind ist die Grundlage für das Zuhause, das wir unseren Kindern bieten werden. Tobias und ich setzen den Rahmen für Regeln, Traditionen, Umgangsformen etc. Nach ein paar Jahren als Ehepaar lernt man sich doch ganz gut kennen und findet heraus, wo es Einigkeit und wo es Unstimmigkeit gibt. Man kennt die Schwächen und die Stärken des anderen.
Das hilft, wenn man Eltern wird.
Und gleichzeitig wird alles auf den Kopf gestellt werden, man lernt sich ganz neu kennen in einer neuen Rolle und mit nicht gekannten Herausforderungen, Emotionen und einer ganz neuen Liebe. Für das Kind und füreinander.
Und das ist wunderschön, egal ob nach einem, nach fünf oder nach zehn Jahren. Aber ich möchte dich ermutigen: lasst euch ein bisschen Zeit und genießt eure Ehe, eure Zweisamkeit. Nicht weil es zu dritt nicht schön ist, sondern weil es zu zweit auch schön ist!
Solange wir noch zu zweit sind, genießen wir diese Zeit jedenfalls  - und sind voll Vorfreude auf unsere Familie, eines Tages. :)

love,
anni

Donnerstag, 8. März 2018

Der Kampf im Herzen

[Discipleship Training School Woche 2 - Weisheit, Steve Aherne, Teil 2]

Im letzten Posting habe ich von Weisheit geschrieben, und dass der Anfang aller Weisheit ist, Gott danach zu fragen und sie von ihm zu erhalten.
Ob Gott Weisheit gibt und ob ich weise Entscheidungen treffe, hängt von meiner Herzenshaltung ab! Wie fühle ich mich und wie verhalte ich mich?
Bin ich genervt von äußeren Umständen und gebe mich dem hin, gebe patzige Antworten, verschließe mein Herz und bin unzulänglich? Bade ich in Selbstmitleid und fordere Aufmerksamkeit, weil ich es "verdiene"?
Schließlich hatte ich einen anstrengenden Tag, er fing schon schlecht an, weil ich verschlafen habe und dann den Zug verpasst habe, einige Sachen sind schief gelaufen und jetzt sind die Nudeln übergekocht und ich raste aus!
So einen Tag hat wohl jeder mal und ich stecke dann schon mal im Selbstmitleid fest, begrüße meinen Mann nicht liebevoll, wenn er von der Arbeit heimkommt oder lasse meinen Frust bei ihm aus.

Aber das muss nicht sein. Ich habe immer eine Wahl, wie ich mich verhalten möchte.
Das Herz, das ist im biblischen Verständnis ein Begriff für Emotionen, Willen und Verstand.
Auch wenn ich mich nicht danach fühle, kann ich dennoch mit meinem Willen entscheiden, anders zu reagieren, als meine Gefühle es eigentlich fordern. Dabei geht es nicht darum Gefühle zu unterdrücken, viel eher darum, sie angemessen und richtig auszudrücken, in einer konstruktiven Art anstatt destruktiv oder sogar gar nicht! Denn wenn ich einfach nur genervt bin, mich zurückziehe und vielleicht sogar gar nicht mitteile, was meine negativen Emotionen auslöst, kann ich auch keine Hilfe von außen erwarten.

Jeden Tag suche ich mir Kleidung aus, die meinen Körper schützt, schmückt, bedeckt und etwas bestimmtes ausdrückt. Ich suche die Kleidung aus. Nicht mein blaues Jeanskleid bestimmt, dass es heute getragen werden will!
Genau so sollte ich auch für mein Herz die passende Haltung aussuchen! Ich suche die Kleidung aus, genau so suche ich auch meine Herzenshaltung aus, nicht umgekehrt. Kämpfe werden immer im Herz ausgetragen; wenn ich siegen will, muss ich mich für die richtige Haltung entscheiden. Das geht. Nur mit Gottes Hilfe und immer auch mit einigem an Willenskraft.
So kann ich mich dafür entscheiden, aus schwierigen Tagen etwas Gutes mitzunehmen oder sie zumindest durch destruktive Gedankenspiralen nicht noch weiter nach unten zu ziehen.
So kann ich mich entscheiden, von der herausfordernden Person etwas zu lernen und sie zu segnen, vor allem auch dann, wenn sie zum zehnten Mal die Sache an den falschen Platz gestellt hat.
So kann ich mich entscheiden, von mir wegzuschauen, mich nicht zu wichtig zu nehmen, den Gesamtzusammenhang und die Rechte und Gefühle meiner Mitmenschen zu wertschätzen.

Und das spannende daran ist: die Gefühle folgen den Entscheidungen des Verstands. Wenn ich mich dazu entscheide, das Gute in etwas zu sehen, offen zu sein, Gottes Führung anzuerkennen, dann breitet sich langsam Freude aus. Zumindest Frieden und Ruhe, wenn nicht Freude.
Und der nervige Umstand ist plötzlich gar nicht mehr so wichtig.

"Positiv denken", könnte man wohl sagen. "Auf Gott schauen", würde ich sagen! :) Und ihn nach seinen Gedanken fragen. Und die sind garantiert positiv... (Jeremia 29,11)

love,
anni

Dienstag, 6. März 2018

Der Anfang aller Weisheit...

[Discipleship Training School Woche 2 - Weisheit, Steve Aherne, Teil 1]

Mittlerweile sind wir schon knapp zwei Monate bei YWAM, haben einen richtig eingespielten Rhythmus und beginnen uns auf den Outreach vorzubereiten. Trotzdem möchte ich erst noch ein bisschen zurück schauen, denn die Themen, über die wir lernen, sind super.

In die erste Woche des Unterrichts starteten wir mit dem Thema Weisheit. Dazu kam der Leiter einer anderen YWAM-Base in Melbourne an unsere Schule. Was für ein Start in eine Schule!
Vor allem, da ich schon lange den Wunsch danach habe, weise Entscheidungen zu treffen, weise Ratschläge zu geben.

Steve fragte uns: Was ist der Beginn aller Weisheit? Wir waren uns einig: Gottesfurcht! Das ist die bekannteste Antwort.
Aber in Sprüche 4, 7 steht noch eine weitere Antwort:
Der Beginn aller Weisheit ist: Weisheit!
Wie bitte?! Wie soll das funktionieren?
Ganz einfach: Gott danach fragen und von ihm empfangen :) Gott schenkt Weisheit; Weisheit ist nichts, was man erst im Alter erlangen kann wenn man weiß und weise ist. Das kann sicherlich der Fall sein, eine Art Lebenserfahrung braucht schon ein gewisses Alter und bestimmte Erlebnisse.

Aber Gott gibt Weisheit auch im jungen Alter. Ich war bei den meisten Mitarbeitern total erstaunt, als ich herausgefunden habe, dass fast alle unter 20 sind. Denn sie sind so weise, sie beten mit Leidenschaft und Kraft, sie geben richtig gute Ratschläge, sie hören zur richtigen Zeit auch einfach nur zu und strahlen eine Ruhe aus. Gottes Weisheit ist unabhängig vom Alter! :)
Wenn du dir Weisheit wünschst: bitte Gott darum.

Biblische Weisheit, die wir von Gott bekommen, ist Gottes "how-to", Gottes Hilfe, wie wir Dinge angehen sollen. Sie ist nicht abhängig von Intelligenz, Erfahrung oder Alter. Biblische Weisheit ist ein Geschenk, das uns befähigt, in allem erfolgreich zu sein, in das er uns stellt und ruft.
Die Initiative kommt also von Gott, ich darf ihm folgen und gehorchen und auch die Ergebnisse sind von Gott abhängig.
Weisheit heißt deshalb, ein weiches, offenes und hörendes Herz für Gottes Stimme zu haben.

Die Welt, das Schulsystem und die Menschen um uns herum sagen uns, dass wir Wissen ansammeln müssen, um Verständnis für Zusammenhänge und Dinge zu bekommen. Und daraus kommt dann Weisheit. Das ist auch richtig, aber das ist Weisheit im Kopf.
Gott gibt uns Weisheit, wenn wir ihn bitten. Dadurch können wir Verständnis aufbringen und durch unsere Erlebnisse erlangen wir Wissen über Zusammenhänge und Dinge, und zwar nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Herzen und ganzheitlich.

Welt: Wissen -> Verständnis -> (Kopf)Weisheit
Bibel: Weisheit -> Verständnis -> (Herz)Wissen

Ist das nicht großartig? Für mich hat dieses neue Verständnis von Weisheit und Wissen wirklich eine Erleichterung gebracht und obwohl ich in vielen kleinen Situationen vergesse, um Gottes Weisheit zu bitten, lerne ich doch ihn mehr einzubeziehen und auch in kleinen Dingen, wie beispielsweise bei meiner Freizeiteinteilung, Kleiderwahl oder Ausflugszielen um seine Weisheit zu bitten.

Wo brauchst du Weisheit? Wo kannst du Gott heute um seine Weisheit bitten? In kleinen und in großen Dingen ;)

love,
anni