Freitag, 5. Oktober 2018

Zurück nach Deutschland

YWAM liebt die Nationen. Ein Grundwert von YWAM ist „be international and denominational“. YWAM ist nicht an eine Nation oder eine Denomination gebunden sondern heißt Vielfalt willkommen.
Und hier bei unserer Base Marine Reach wird jede Nation gewertschätzt und respektiert. Statt von einer anderen Kultur genervt zu sein wollen wir sie verstehen und den Schatz finden, den sie mitbringt. 
Auf Instagram habe ich ein Video hochgeladen, wie meine Mitstudenten und Mitarbeiter aus der Januar Schule die Flagge ihres Landes halten. Während unserer wöchentlichen Whanautime (Familienzeit) haben wir die Flaggen aller anwesenden Nationalitäten rausgeholt und in der jeweiligen Landessprache deklariert: “JESUS IST HERR ÜBER MEIN LAND”. So wertschätzen wir jeden Einzelnen mit seiner Sprache und seiner Nation, sehen die Vielfalt, die uns umgibt und natürlich spielt auch die Deklaration eine wichtige Rolle. Darum soll es jetzt aber gar nicht gehen. 


Sondern es soll um Deutschland gehen. Denn am Sonntag geht es für uns nach 10 Monaten wieder nach Hause.
Familienwanderwochenende im Nordschwarzwald
Bevor wir gegangen sind haben wir unsere Wohnung aufgelöst und unseren restlichen Hausstand bei Tobias Eltern eingelagert, mit dem Gedanken, dass Gott uns nach unserer DTS in die Mission rufen kann. In Vanuatu haben wir uns die Arbeit von Marine Reach im Juni ja auch angeschaut, in der Überlegung dort im Familienzentrum mitzuarbeiten. 
Aber jetzt geht es am Wochenende doch heim für uns. 
Unser Baby ist übrigens nicht der Grund dafür, dass wir zurück kommen. 

Wir fühlen uns von Gott zurück nach Deutschland gerufen, zumindest für eine gewisse Zeit. In dieser Zeit wollen wir in Kirche in Deutschland investieren und in unsere Familie und Freunde. Wir wollen das, was wir hier gelernt haben, nicht nur für uns gelernt haben, sondern weitergeben. 
Von einem Sprecher hier hat Tobias ein prophetisches Wort bekommen:
"das Feuer, das er hier von Gott bekommen hat, wird er mit zurück nach Deutschland nehmen"
Der Sprecher wusste von unseren Vanuatu-Plänen, da wir ihn dort auch getroffen hatten. Es  ist nicht selbstverständlich, einmal in YWAM, dass man wieder heimgeht ;) Daher konnte er nicht einfach davon ausgehen, dass wir nach dieser Schule nach Deutschland gehen. Ich bin nicht einmal sicher, dass er wusste, dass wir deutsch sind. 
Wir verstehen es daher als Wort von Gott und als Bestätigung für uns. 
Auggen im Schwarzwald
Ich muss gestehen, dass ich mir noch vor 6 Monaten nicht gut vorstellen konnte, wieder in Deutschland zu leben. Ich habe quasi zu Gott gesagt "Ich gehe ÜBERALL für dich hin - außer zurück!" Und damit habe ich meine Herzenshaltung ausgedrückt: dass ich da hingehe, wo ICH hinwill. 
“Ich wollte schon immer weg”, das habe ich in unserer Kirche mit 16 gesagt, als ich erzählte, dass ich für 3 Monate nach Australien zum Schüleraustausch gehe. Das Gesicht meiner Mama hättet ihr sehen sollen... (sorry Mama ♥️ ich weiß dass du weißt wie ich es meinte) und ich habe immer davon geträumt, auszuwandern.   

Aber nach insgesamt 13 Monaten Leben im Ausland (Australien und Neuseeland) und mehreren Urlauben im Ausland, auch in Entwicklungsländern, denke ich darüber anders. 
BREZEEEEL
Ich schätze, was ich in Deutschland habe:
System & Ordnung, Struktur, Krankenversicherung, Zugang zu Bildung, Zugang zu Ärzten, sauberes Wasser, Jahreszeiten, Brot & Brezeln ;),naturbelassene Nahrungsmittel, soziale Versorgung, Elternzeit, Sauberkeit, und noch viel mehr. 
In Deutschland zu leben ist ein Privileg! Unsere Kultur, unsere Geschichte, unsere Küche, unsere Natur und vieles mehr ist einzigartig auf der Welt. Deutschland ist ein schönes Land! Das heißt nicht, dass es in all diesen Dingen fehlerfrei ist und ich werde mich früh genug wieder über Bürokratie und Steuererklärung aufregen. Aber ich hoffe, dass ich mich in einem genervten Moment daran erinnere, wie es ist, wenn man das alles nicht hat und dann dafür einsetze, dass es besser wird!

Ich freue mich sehr darauf, am Montag zurück zu kommen und wieder in meinem Heimatland zu leben. Wo die Sprache meine Muttersprache ist. Wo meine Familie ist. Und wo unser Baby geboren werden wird. Unser deutsches Kiwi-Baby. Mit dem besten von beiden Nationen und einem weltoffenen Herzen für alle Länder und Menschen. 

Jesus ist Herr über Deutschland!
love, anni

"Deutschlandabend" für die internationalen Studenten
am Bodenseehof 2011 (Tobi und ich ganz rechts)

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