Donnerstag, 28. Februar 2019

Familienfokuszeit

Fast 5 Monate sind wir nun schon wieder in Deutschland. Oft hört man, dass der Wiedereinstieg nach einem längeren Auslandsaufenthalt schwierig sein kann.
Außerdem wurde unsere Lou geboren und wir finden uns als Familie zusammen. Auch fest verankert in Umfeld und Beruf etc. ist das schon eine schwierige Aufgabe.

Wir wohnen bei Freunden und Tobias arbeitet bei seinem Papa. Keine eigene Wohnung, kein richtiger Job. Es könnte so wirken, als ob wir noch nicht richtig angekommen sind oder es nicht schaffen, wieder ins "normale Leben" einzusteigen. Denn wir sind ja immer noch in einer "Übergangssituation".....
Aber wir sind voll angekommen im Leben! Im Leben als Familie und im Leben, so wie wir es für uns gestalten wollen. Im Leben, in dem Gott uns führt und leitet.

Als wir gerade wieder angekommen waren in Deutschland sind wir nach Lörrach gefahren. Ich war hochschwanger und fand die Fahrt ziemlich anstrengend. Und als ich so über unsere Situation nachgedacht habe, ist es mir ganz wichtig geworden, dass die damals noch vor uns liegenden Monate keine Übergangszeit sein sollen. Und auch rückblickend kann ich das voll so sehen, was ich damals gefühlt habe: es war und ist keine Übergangszeit! Wir nennen es Familienfokuszeit.

Eine Zeit, in der wir vielleicht noch nicht an einem festen Ort wohnen und Tobi keinen festen Job hatte, aber in der wir uns ganz viel Zeit nehmen konnten, als Familie anzukommen.
Es waren die wichtigsten Monate in unserem Leben, in denen wir unsere Tochter auf der Welt willkommen geheißen haben. Das soll keine Übergangszeit sein und ich wehre mich vehement gegen diesen Begriff.

Jetzt kommen langsam immer mehr Nachfragen, vor allem da die erste Idee - zurück nach Eimeldingen - nun nicht mehr aktuell ist. Ja, wir haben neue, spannende Ideen! (Und sind gespannt im März mehr darüber zu erfahren.)
Aber momentan genießen wir es, genau so wie es ist. Leben im Jetzt, nicht mehr im Morgen. Jede Phase, egal ob sie laut ist oder still (unsere Tochter hat sehr viele sehr laute Phasen *lach*). Jeden Tag der Woche, nicht nur am Wochenende. Jeden Monat, auch wenn wir noch nicht wissen, wo wir im nächsten Monat wohnen werden.
Das ist total ok für uns. Weil wir in Neuseeland gelernt haben: Gott versorgt uns. Er ist JAHWEH, er ist, der er ist. Außerhalb von Zeit und vor allem daran interessiert, mit uns im JETZT zu SEIN.

Der Hauptaspekt unserer letzten Monate lag natürlich auf Lou. Ihr Zeit zu geben, auf der Welt richtig anzukommen, erstmal uns als Eltern und dann auch unsere Geschwister und unsere Eltern und Großeltern kennen zu lernen. Aber unsere Familienfokuszeit heißt konkret auch: Tobias arbeitet 50%, um viel Zeit für uns zu haben, auch weil eine Elternzeit jetzt nicht möglich war. Er arbeitet bei seinem Papa im Geschäft und hat dort intensiveren Kontakt mit seinen Eltern. Wir haben vier Wochen im Dezember bei meinen Eltern gewohnt. Wir wohnen mit unseren engen Freunden, die wir nun auch zur Familie zählen.
Der Fokus ist zuerst auf unserer neuen, kleinen Familie, aber nicht nur.

Jetzt fühlen wir uns schon richtig gut angekommen und können unseren Fokus wieder etwas erweitern. Und darauf freuen wir uns. Wir drei :)

love, anni

PS: Alle Fotos sind übrigens von der großartigen Anne Schlingheider, schaut doch mal bei ihr vorbei :) Kaum zu glauben, dass es ihr erstes Neugeborenen Shooting war. Die Frau hat Talent!

Freitag, 4. Januar 2019

Kia Ora Kiwibaby

Unser Advents-Kiwi-Baby ist da, schon seit 4 Wochen!

Zum zweiten Mal in Liebe empfangen, diesmal in unsere Arme:

Louisa Aroha

Louisa bedeutet Kämpferin und Aroha ist ein Maori-Wort und bedeutet Liebe. Unser Mädchen soll eine Kämpferin für die Liebe sein, das ist unser Wunsch für sie. 
Tobias hat ungefähr in der Mitte der Schwangerschaft geträumt, dass wir eine Tochter bekommen und sie Louisa nennen. Der Name gefiel uns beiden gut und wir konnten uns dann schnell darauf einigen. 
Eigentlich wollten wir keinen Zweitnamen, aber fanden es dann doch schön, eine Verknüpfung zu Neuseeland herzustellen und nur die Bedeutung Kämpferin war für mich zu wenig, ich wollte das in eine bestimmte Richtung lenken. 
Als wir im Lobpreis das zweisprachige Lied "Tuhia" von der neuseeländischen Band Link gesungen haben, indem es um Gottes Liebe zu uns geht und das Wort Aroha immer wieder vorkam, wusste ich, dass ich mir das als Zweitnamen wünsche. 

Das Leben mit unserer Louisa ist anders, als wir es uns vorgestellt haben. Es ist so wundervoll! Es ist weniger anstrengend und gleichzeitig fordernder als ich mir hätte vorstellen können. So viele Emotionen, so viele neue Dinge, so viel Kuscheln und so viel Liebe. 

Aroha nui (much love)
anni

Freitag, 30. November 2018

Getrieben oder Gelenkt

Der letzte Tag des Novembers ist gekommen. Morgen beginnt die Advents- und Weihnachtszeit so richtig, das Jahr nimmt ein Ende.

Ich möchte mit dir teilen, was Gott mir heute morgen gesagt hat:

Du bist nicht getrieben.  
Nutze deine Zeit. Du lässt dich treiben wie ein Schiff im Wind. Aber dabei hast du dein Segel vergessen! Benutze es und ich lenke den Wind, der dich an unser Ziel bringt. 

Das war genau das, was ich heute morgen gebraucht habe. Danke mein Gott der tausend zweiten Chancen.
Du musst dir nicht verdienen, wieder vor ihn zu kommen oder "seinen Wind" in deinem Leben zu haben! Er wartet. Komm mutig vor den Thron, dort gibt es Gnade! :)

Vielleicht ist das auch eine Anregung für die Adventszeit. Wie das konkret aussehen kann, darüber schreibt zum Beispiel Lena bei instagram über #einfachweihnachtenfeiern. Schau doch auch mal bei ihrem Blog "Segenregen" vorbei :)

love, anni

Sonntag, 18. November 2018

Ende & Anfang

Meine Schwangerschaft neigt sich dem Ende zu. Mein Bauch ist eine schöne Kugel, aber viel Platz ist nicht mehr darin. Das Baby spüre ich sehr intensiv, wenn es seinen Po gegen meine Bauchdecke drückt oder seine Füßchen bewegt. Ich spüre, wie es sich weiter nach unten ins Becken gräbt.
Und langsam wird mir bewusst: mir steht ein Abschied bevor. Ein Abschied von meiner 1. Schwangerschaft. So lange habe ich dieses Baby im Bauch getragen und genau dort ist es mir jetzt auch so vertraut. Ich weiß, wann die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass es sich bewegt, ich weiß, wie es sich anfühlt, ich habe mich an meinen neuen Körper gewöhnt und freue mich an ihm.
Und bald ist das vorbei.
Auf den neuen Anfang freue ich mich natürlich! Das Baby, das mir im Bauch so vertraut ist, werden wir endlich auf den Arm nehmen können und richtig kennen lernen.
Wird es mir weiterhin so vertraut sein?
Ich bereite mich auf die Geburt vor.
Die Babyklamotten sind gewaschen und sortiert, die Stoffwindeln liegen bereit und sind gefettet, dass sie dicht sind.
Ich häkle und stricke für mein Winterbaby.
Die Federwiege hängt.
Jeden Tag gehe ich spazieren.
Ich trinke eine Kräuterteemischung aus Hirtentäschel, Himbeerblätter, Verbenae und Frauenmantel.
Ab nächster Woche kommen noch Sitzbäder mit Heublüten dazu.
Und natürlich die Dammmassage.
Das Zimmer und der Geburtspool brauchen noch ein paar Handgriffe.
Ich höre den Podcast "Die friedliche Geburt" von Christin Graf, um mehr über den Ablauf einer Geburt zu verstehen und lese im Buch "Babybauchzeit" von Nora Imlau und Sabine Pfützner. So kann ich mich einstimmen, auch auf andere Geburtsmöglichkeiten einlassen und bin vorbereitet.
Und ich erzähle meinem Baby davon, dass es bald in meine Arme darf. Dass es aus dem Bauch raus darf wir uns dann besser kennen lernen können. Dass wir ganz viel kuscheln werden.
Und ich freue mich darauf; auf die Geburt, auf das Kennenlernen, auf die ersten Wochen.
Bald darfst du kommen, Baby. Lass dir die Zeit, die du brauchst. Ich warte auf dich.

love, anni


Donnerstag, 8. November 2018

Die Liebe zu dem Baby in meinem Bauch

Ich dachte immer, sobald ich den positiven Schwangerschaftstest in den Händen halte durchfährt mich die unglaubliche große Liebe zu dem Baby in meinem Bauch. Meinem Baby!
Als es im April dann tatsächlich so weit war, war es ganz anders, als ich mir vorgestellt habe. Keine Schmetterlinge im Bauch und dass da ein Baby drin sein sollte konnte ich genau so wenig glauben. Schließlich fühlte ich nichts. Keine Tritte und keine "Liebe".

Darüber unterhielt ich mich in Neuseeland mit meiner Freundin Dani von der Base, die letzten Januar ein Baby bekommen hat. Sie hinterfragte mein Bild von Liebe.

Was bedeutet Liebe?
Liebe ist kein romantisches Gefühl. Liebe gibt. Liebe opfert sich. Liebe stellt das Wohl des Anderen über das Eigene. Ohne etwas zu erwarten.
Und das ist es, was junge Mamas am Anfang ihrer Schwangerschaft tun: obwohl sie den Menschen noch nicht einmal kennen, für den sie die Übelkeit und was sonst noch so im Körper passieren mag aushalten, ertragen sie alles und stellen ihren eigenen Körper und das Wohlbefinden hinten an.
Unser Bild von Liebe ist so verdreht. Ich will mich mehr der Definition aussetzen, die Gott für Liebe hat, als die von Menschen oder von Hollywood.
Das Baby in meinem Bauch, das ich noch nicht kenne, aber schon liebe, zeichnet mir ein ganz neues Bild von Liebe. Es eröffnet mir einen Aspekt, den ich bis jetzt noch nicht kannte.

Mutterliebe. Vaterliebe. Gottes Herz für uns.

Danke, mein Baby.

Und für dich, falls du noch am Anfang ihrer Schwangerschaft bist und vielleicht ähnlich wenig fühlst, wie ich es tat: ab da, wo ich mein Baby gespürt habe, wurde es viel einfacher und besser. Vieles, was ich erwartet und gelesen habe, erlebe ich genau so jetzt am Ende der Schwangerschaft. Lass dir und deinem Baby Zeit!

love, Anni

Donnerstag, 25. Oktober 2018

Liebessprache Gottes

Ihr Lieben,

ich habe vor ein paar Wochen etwas zu den 5 Liebessprachen geschrieben. (Nachzulesen hier) Die meisten kannten die Liebessprachen wohl schon. Wie schön! Jetzt heißt es: anwenden! ;)

Aber kennt ihr auch Gottes Liebessprachen? Damit ist nicht gemeint, wie er uns seine Liebe zeigt. Sondern wie ich ihm meine Liebe zeigen kann.

Wir glauben an den dreieinigen Gott.
Gott ist Vater, Sohn und Heiliger Geist. Hast du dir schon mal überlegt, wie du jedem einzelnen von ihnen deine Liebe zeigen kannst?

Also ich ehrlich gesagt nicht, bis ich in YWAM davon hörte. Und daher möchte ich es gerne mit euch teilen. Ich schreibe die Antwort nicht gleich auf, sondern gebe dir Bibelstellen und ein paar Anregungen zum selber Nachdenken.

Beginnen wir mit dem Vater. Wie kann man einem Vater seine Liebe zeigen? Einem Vater, der seinen Kindern alles gibt, was sie brauchen, aus seinem tiefsten Wesen Liebe ist und der auch Anschuldigungen und Weglaufen in Liebe erträgt?
Hier sind einige Bibelstellen:
1. Petrus 5, 5-6; Psalm 25,9; Sprüche 29,23; Jakobus 4,6
Die Liebessprache Gottes, des Vaters, ist Demut.

Nun kommt der Sohn - Jesus. Jesus, der Gute, der Greifbare. Der Gott zum Anfassen, der Gott der versteht. Der Gott, der sich erniedrigt und es gerne tut - für mich. Wie kann ich einen solchen selbstlosen Gott lieben?
Hier sind einige Bibelstellen:
Matthäus 10,39; Matthäus 16, 25; Lukas 9, 23-24; Johannes 10, 17-18; Philipper 2, 5-8
Die Liebessprache Gottes, des Sohnes, ist Hingabe.

Zum Schluss der Heilige Geist, der genau so eine Person ist wie der Vater und der Sohn. Der liebt und geliebt werden möchte. Der in Gemeinschaft leben möchte, denn er lebt in uns und führt uns auf demütige Art und Weise. Wie kann ich jemandem meine Liebe demonstrieren, der viele gute (die besten!) Vorschläge für mich hat und mich leiten will?
Hier sind einige Bibelstellen:
Hesekiel 37; Matthäus 4,1; Apostelgeschichte 5, 32; 1. Petrus 1, 2; 1. Samuel 15, 22
Die Liebessprache Gottes, des Geistes, ist Gehorsam.

Ich zeige Gott unter anderem meine Liebe durch Demut, Hingabe und Gehorsam. Natürlich gibt es noch viele andere kreative Wege. Aber vielleicht hilft dir diese Anregung. Wie kannst du das praktisch in deinen Alltag integrieren? Ich bin gespannt!



love,
anni

Dienstag, 23. Oktober 2018

Neu Daheim

Ein kurzes Lebenszeichen - wir sind wieder daheim und es geht uns richtig gut. Allen dreien :)
Vor rund drei Wochen sind wir wieder nach Deutschland gekommen.
unsere Mamas haben uns abgeholt
 Und nach einer kurzen Ankunftszeit bei unseren Eltern sind wir bei unseren Trauzeugen eingezogen und wohnen jetzt sozusagen in einer WG. Die meisten Reaktionen darauf sind sehr erschrocken. Hochgezogene Augenbrauen und ein Fragezeichen im Gesicht, "Kann das denn gut gehen?".

Wir denken ja! Wir wollen für ein paar Monate gemeinsam hier leben, in ihrem schönen Haus mit viel Platz. Wir wollen das Haus mit (noch mehr) Leben füllen. Bis jetzt leben hier zwei Erwachsene und ein Kleinkind. Nun auch wir, ab Dezember mit unserem Baby.
Wir wollen Leben teilen, neue Erkenntnisse teilen, Wissen teilen, einsame Stunden mit Baby und Kleinkind als Mamas teilen - ich stelle es mir großartig vor und bis jetzt ist es auch wunderbar. Natürlich braucht man Absprachen und Offenheit füreinander und miteinander. Dazu sind wir bereit.
momentan noch die Kleinste - bald die Große hier im Haus
Für uns ist es eigentlich ganz leicht. Wir kommen gerade aus einer Gemeinschaft mit über 70 Menschen, jetzt fühlt es sich daher richtig klein an. Für unsere Freunde ist es die größere Umstellung, aber wir arbeiten gemeinsam und sensibel an einem guten Zusammenleben.

Jesus ist unsere Basis. Das hilft. Denn viele andere Ideen und Vorstellungen sind nicht unbedingt gleich. Aber wir sind uns einig: an unserer Liebe zueinander soll man uns erkennen (Johannes 13,35). Dieses Haus soll lebendig sein. Es soll ein Segen für die ganze Straße sein. Für den Ort.
Weil wir 4 hier sind, zusammen. Weil wir beten und Gott loben und einstehen für den Ort, an dem wir gerade sind. Weil wir praktisch helfen können und dienen wollen. Weil wir Licht und Salz sind für Gott. Gemeinsam. Mehr als eine WG. Ein Haus, das Jesus liebt.

Dieses Haus soll eine Kirche sein. Die Kirche ist da, wo wir sind. Denn Jesus sagt, das Reich Gottes ist in uns (Lukas 17,21). Und Paulus schreibt im Brief an die Korinther, dass sie mit ihrem Körper die Tempel Gottes sind, da der Geist in uns wohnt (1. Korinther 3,16).

Also, wir freuen uns auf die nächsten spannenden Monate und sind schon ganz gut angekommen. Ich nehme euch gerne mit hinein.
love,
anni