Sonntag, 7. Januar 2018

The ocean is calling...

The Ocean is calling...and I must go!
Haast

Oder auch “The Mountains are calling and I must go” 
Sicht von Roys Peak
Diese beiden Sprüche findet man immer mal wieder auf einem T-Shirt, Becher oder einer Postkarte. Und das stimmt für mich: die großen Naturgewalten, der Ozean und die Berge, haben eine wahnsinnige Anziehungskraft auf mich. Ich bin so gerne am Meer. Und ich bin so gerne bei den Bergen. Betonung auf: am Meer und bei den Bergen. Denn richtig in den Ozean einzutauchen wie ein kleiner Fisch oder in den Bergen herumzuspringen wie eine Gams liegt weit außerhalb meiner Komfortzone. 


Mein Mann ist da ganz anders, aber ich bin nicht so mutig. Ich renne auf das Meer zu, voller Freude nach dem heißen Sand das kühle Wasser zu spüren. Während Tobi sofort reinhechtet und sich einhüllen lässt bin ich zögerlich und eigentlich reicht mir ein ausgedehnter Strandspaziergang. In den Bergen ist es ähnlich. 
Slope Point - südlichster Punkt der Südinsel NZ
Ich stehe ehrfürchtig da, überwältigt von der Größe des Pazifiks und der Southern Alps. Und kann darin nur Gott erkennen. 

Die Berge und Täler verkünden, dass er der Herr ist. Das Meer flüstert mir mit seinen beständigen Wellen zu, wie gut Gott ist. Gestern, heute und morgen. 
Queenstown
The mountains are calling. The ocean is calling. Und ich muss dort hin, weil Gott ein kleines Stück seiner Größe und Herrlichkeit präsentiert. Weil er mir hier, in den Bergen und am Meer, einen Vorgeschmack der Freiheit zeigt, die er mir schenken will. Ich bin angezogen und verzaubert davon. 
And I must go. 


Love, anni






Samstag, 30. Dezember 2017

Muskelkaterlektion

Ich habe immer noch Muskelkater. Meine Oberschenkel brennen und schmerzen bei jeder Berührung. 



Vor 3 Tagen sind wir auf den knapp 1600m Berg Roys Peak gewandert, 1200 Meter hinauf auf 11km. Und wieder runter. Auf dem Weg nach oben dachte ich: “Wenn ich nur erstmal oben bin habe ich es geschafft. Dann ist die Anstrengung vorbei.” Tja, falsch gedacht. Abzusteigen war mindestens genau so anstrengend wie hinauf, die Beine haben gezittert und nachgegeben und auf dem staubigen Untergrund konnte man kaum gehen, sondern musste quasi runter rennen. 


Mein Mann fand es super. Ich fand die Stunde, als wir die Aussicht auf dem Gipfel genossen haben, auch super. Seine Ermutigungen auf dem Weg dorthin und seine freudigen Seufzer und sein Genießen konnte ich leider nicht ganz teilen. Es war wirklich so so anstrengend und meine Beine taten und tun dermaßen weh, dass ich zwischendurch hätte weinen können. Aber: ich habe es geschafft. Wir haben es gemeinsam geschafft. Und wir haben beide etwas gelernt bei dieser anstrengenden Wanderung. Tobias das Warten. Und ich die Ehrfurcht. 



Auf unserem Weg nach Wanaka, von wo aus wir unsere Wanderung gemacht haben, sind wir bereits über viele Berge und Bergketten gefahren, durch die “südlichen Alpen”, vorbei an Gletschern und Regenwald und den tollsten Schluchten. Ich habe sie bestaunt und bewundert und Gottes Größe gelobt, ohne wirklich zu verstehen und die Größe zu fühlen. Jetzt, wo ich selbst und aus eigener Anstrengung hochlaufen musste und die Erschöpfung in meinen Beinen fühle, kann ich die Größe und Erhabenheit besser verstehen. 


Und wie viel größer ist mein Gott, der Berge versetzen kann, dem nichts unmöglich ist, der die Berge gemacht hat und sich auch gleichzeitig für mein Herz interessiert! 

Mein Muskelkater erinnert mich noch daran, und dieses ehrfürchtige Gefühl werde ich hoffentlich auch nicht verlieren, wenn der Muskelkater verflogen ist. 

Leider hatte ich diese Erkenntnis nicht auf dem Gipfel mit der atemberaubenden Aussicht. 
Sonst wäre der Abstieg vielleicht so leicht gewesen, wie für das frischverlobte Paar, dessen Heiratsantrag wir auf dem Gipfel miterlebt haben :) aber so war der Muskelkater eben doch zu etwas gut! :) 


Love, anni

Freitag, 29. Dezember 2017

Pause

Wir haben eine längere Pause von unserem Roadtrip
eingelegt. Eine unfreiwillige. In Wanaka.

Drei Nächte sind wir hier gewesen und haben gewartet. Darauf, dass die Werkstatt nach Weihnachten aufmacht und dann darauf, dass Ersatzteile geliefert und eingebaut werden können.

Denn am Weihnachtstag haben wir während der Fahrt einen Reifen verloren. Wir waren sehr behütet, wir fuhren gerade sowieso recht langsam und es war wenig Verkehr. Da der linke Reifen betroffen war und Linksverkehr ist, zog das Auto nach links und genau da war auch eine Bucht neben der Straße. Der Reifen löste sich erst auf dem Schotter, sodass am Auto selbst nichts beschädigt wurde, durch ein Schleifen auf der Straße und beim Warten auf den Abschleppdienst (was keine Stunde dauerte! an Weihnachten!) waren wir sicher in der kleinen Bucht. Uns wurde kein Haar gekrümmt. Glück im Unglück, nein, vielmehr Bewahrung von unserem Papa im Himmel der alles sieht und weiß und seine Engel um uns her gestellt hat.
Auch mit der Übernachtung in Wanaka waren wir sehr gesegnet und mussten keine zusätzlichen Kosten zahlen, sondern durften bei der Werkstatt übernachten.

Und den Ort hätten wir uns nicht besser aussuchen können. Wanaka ist ein tolles kleines Städtchen, genau am See, umgeben von Bergen, durch das wir sonst achtlos im Regengrau hindurch gefahren wären. So hatten wir Zeit, es im schönsten Sonnenschein zu erkunden, waren im See schwimmen und Kajak fahren, haben Roys Peak bestiegen, die vielen kleinen Läden und das beste Eis Neuseelands bei Patagonia Chocolates entdeckt. Während ich diese Zeilen schreibe wird direkt neben mir gerade ein Kajak-Wettkampf vorbereitet und ich staune über jedes neue Auto, das auf den Parkplatz rollt und noch mehr Kajaks bringt.


Uns geht es sehr gut. Wir sind dankbar, dass das Problem mit dem Reifen zum Vorschein kam und das auf einer guten Straße ohne irgendwelche Schäden! Wir sind auch ganz andere Straßen und Bergpässe mit Abgründen und viel Verkehr gefahren, wo viel hätte passieren können.
Danke himmlischer Vater!

Außerdem sind wir jetzt noch dankbarer für unser Rollendes Zuhause! Hatten Zeit, zu reflektieren und zu erkennen, dass wir zwar Pläne machen, aber Gott unsere Schritte lenkt. Zeit zu sein. Und zu genießen.
Danke himmlischer Vater!


love,
anni

Samstag, 23. Dezember 2017

It's NOT beginning to look a lot like Christmas

Morgen ist Weihnachten. Und es sieht ganz und gar nicht so aus. 
Natürlich hat es mit unserer Prägung zu tun, was wir als weihnachtlich empfinden. Für die Neuseeländer ist das ein Barbecue am Strand. Für uns wohl eher nicht. Natürlich gibt es hier auch Weihnachtsangebote und Deko, vor allem Lamettagirlanden, aber sonst gibt es nicht viel, was Weihnachten in Deutschland ausmacht. Adventskalender + Adventskranz, die auf den 24. hinfiebern lassen, Lichterketten, aufgestellte Tannenbäume Weihnachtsmarkt, Plätzchen + Punsch... Weihnachtslieder werden hier im Supermarkt (glücklicherweise) rauf und runter gespielt, so dass man nicht ganz vergessen kann, dass Weihnachten ist. 

Das würde uns wohl auch nicht passieren. Weihnachten ist ein wichtiges Fest für uns .Wir feiern, dass Jesus als Licht für die Welt in unsere Dunkelheit kam. Darum passt Weihnachten wohl so gut in den Winter. Der Großteil des Tages ist eher dunkel und kalt und wir sehnen uns nach Lichterketten, Kerzenschein und Lagerfeuer. Doch dieses kleine, flackernde oder künstliche Licht ist nur ein kleiner Abglanz von dem Strahlen, das mit Jesus kommt. 

Ich sehne mich nach mehr Helligkeit in mir. Viel zu oft entdecke ich diese dunklen Schatten in meinem Herzen. Wenn ich mich einsam fühle oder ungeliebt, nur weil Tobias mit jemand anderem spricht, oder wenn ich ungeduldig bin oder schnippisch. Oder wenn ich die tollste Küstenstraße nicht richtig genießen kann, weil ich beleidigt bin. Oder wenn ich einen langersehnten Traum nicht als Geschenk annehme, sondern einfach undankbar hinnehme. 
Ich könnte noch ewig so weitermachen. Dass in mir Dunkelheit existiert, muss ich nicht wegdiskutieren. 
Sie zeigt mir immer wieder, wie sehr ich mich nach dem Licht sehne. 

Jesus ist das Licht. Deshalb passt Weihnachten so gut in unseren Winter, in die "dunkle Jahreszeit". Jesus erhellt für uns die Finsternis. In uns und um uns. 

Dieses Jahr feiern wir Weihnachten in Neuseeland - im Sommer. Und wir sind so gar nicht in besinnlicher Weihnachtsstimmung, sondern vielmehr in freudiger, befreiter, sonniger Urlaubslaune. Aber auch das ist Weihnachten!

Jesus ist Kommen, Grund ewiger Freude!
Weihnachten ist Party für Jesus!
Rejoice! Rejoice! Emmanuel!

Wir feiern morgen eine Party für Jesus! Bist du dabei?

love,
anni

Dienstag, 19. Dezember 2017

Kia Ora

aroha - Liebe
Kia Ora heißt Willkommen. Und wir fühlen uns sehr willkommen hier in Neuseeland. Nun sind wir fast eine Woche hier, haben uns an den neuseeländischen Akzent gewöhnt, die besten Süßigkeiten gefunden, den ersten Sonnenbrand kassiert und ... unseren Campervan gefunden! Juhu!!

Jetzt geht es also los in unserem rollenden Zuhause, wir werden die Südinsel erkunden. Unser Van wird sicher noch ein paar kosmetische Veränderungen bekommen :)



Bald gibt es bestimmt mehr, aber jetzt wollen wir endlich los! :) Ohne Wlan! :)
Love, anni

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Australienliebe

Heute sind wir in Neuseeland angekommen. Eine Woche in Australien liegt hinter uns. Viel zu wenig Zeit, gerade genug Zeit um alte Freunde zu besuchen, Kängurus zu streicheln und sich in Melbourne zurecht zu finden. Leider haben wir nicht genug Zeit, um andere Städte oder Bundesländer zu erkunden. Zu gern wäre ich mit meinem Mann in das „red Centre“ geflogen, zum Uluru, in das Outback, das wahre Australien ;) aber das vertagen wir.

Was ich an Australien so liebe:

~ Schönheit ~
Alles hier ist so schön! Die Häuser sind aufwendig verziert, der Kaffee bekommt standardmäßig ein schönes Milchmuster, die Mode gefällt mir, die Städte gefallen mir. Kaum einer raucht in der Stadt, auch das trägt zu Schönheit für mich bei. Es gibt unzählige Parks, zumindest in Melbourne. Das Meer 😍 die kleinen Dörfer, Bibliotheken. Einfach alles ist schön ;) (ok, bis auf die Lebenshaltungskosten)

~ Erinnerungen ~
2009 war ich in Ballarat (1h von Melbourne) für 3 Monate zum Schüleraustausch mit 4 anderen Mädchen, darunter eine meiner besten Freundinnen. Was soll ich da groß erzählen, ich habe wunderschöne Erinnerungen :)

~ Sprache ~
Englisch? Ich würde sagen australisch! Ich liiiebe das australische Englisch, es ist so schön und sich an all die lustigen “eigenen” Aussie-Wörter zu erinnern z.B. “Thongs” für Flipflops ist toll.

~ Gelassenheit ~
Selbst in der Metropole Melbourne geht es ziemlich gelassen zu. Die einzigen, die Stress machen, sind wahrscheinlich Touristen. Es gibt keine Eile und kassiert wird erst nach einem kurzen Plausch. Da muss man die deutsche effiziente, aber unfreundliche Art ablegen und eintauchen in ein Meer aus Gelassenheit, Freundlichkeit und “how are you darling?”

~ Heimatliebe ~
Die Australier lieben ihr Land! In Australien ist durch die invasiven Briten viel Unrecht an den dort wohnenden Aborigine Völkern getan worden. Jetzt wird versucht, durch respektvollen Umgang mit der Geschichte und den Ureinwohnern Australiens etwas gut zu machen und das finde ich super. Dieses ewige Rumgeeier in Deutschland um die nationalsozialistische Zeit ist anstrengend und nicht hilfreich. Ich finde es schön, dass die Australier ihr Land lieben dürfen, ohne ständig betonen zu müssen, dass in der Geschichte Fehler gemacht wurden. Die sind sowieso präsent, werden nicht totgeschwiegen aber lasten auch nicht auf jedem Einwohner.
Die Australier lieben Australien und das macht es Besuchern auch leicht, dieses großartige Land zu lieben.

~ Schöpfung ~
Kängurus! Koalas! Schnabeltiere! Wombats! Echidnas! Lachender Hans! Kakadus!
Herrlichste und unterschiedliche Eukalyptus Arten, die ihre Düfte verströmen.


 Muss ich noch mehr sagen? Gott ist großartig!

~ Größe ~
Dieses Land ist riesig. Vor allem wenn man aus Europa kommt, kann man sich dieses Land-Kontinent-Ding nicht so gut vorstellen. Aber eines ist sicher: irgendwas gibt es hier immer zu erkunden! Das finde ich super und faszinierend, manchen erscheint es vielleicht eher einschüchternd, doch ich mag es ;)

Ich bin gespannt, wie es für uns weiter geht. Auch in Neuseeland gibt es viel zu entdecken und zu lieben :) genau das richtige für uns, hoffen wir!

Love, anni

Sonntag, 10. Dezember 2017

Fliegt die Zeit?

Wir sind in Australien! Immer wieder muss ich es mir laut sagen und mich selbst daran erinnern, dass ich den Moment voll leben und genießen kann: wir sind in Australien!


 Seit 8 Jahren warte ich darauf, zurück zu kommen und seit 7 Jahren warte ich darauf, Tobias Australien zu zeigen. Seit ca. einem Jahr wurden diese Träume immer konkret. So oft habe ich eine Weltkarte oder einen Globus gesehen und mich auf die andere Seite der Weltkugel geträumt. Und jetzt sind wir hier, für 8 Tage. Wenn ich nicht aufpasse, dann wache ich am Donnerstag in Neuseeland auf und frage mich, wo die Zeit hin ist.

Das Ding ist: die Zeit war da! Aber wo war ich?!


Die Zeit scheint zu verfliegen, aber objektiv betrachtet besteht eine Stunde immer aus 60 Minuten. Im Urlaub, bei der Hochzeit, mit einem Neugeborenen und auch bei der Arbeit, in Krankheit und Trauer und Krisen. Eine Stunde ist eine Stunde. Hochphilosophisch 😄

Deshalb will ich lernen diese 60 Minuten, die mir jeden Tag sogar 24 Mal geschenkt werden, voll zu leben und zu genießen.
Denn sonst verfliegt ein Tag, den man ein Jahr lang vorbereitet und Tausende Euros ausgegeben hat; zwei Wochen, für die man ein Jahr lang arbeitet; kostbare erste Monate, die nie wieder kommen werden.
Dankbarkeit ist ein Universalschlüssel zu unzähligen Geheimnissen.
Das weiß ich spätestens, seit ich vor 3 Jahren Ann Voskamps Buch gelesen habe. 1000 Geschenke und so viel mehr. Ich will sie wieder bewusst sammeln, wie schon beim Lesen des Buchs.

1. super Flüge
2. Laura Wiedersehen
3. ein super gemütliches Bett in der 1. Nacht
...
16. Eukalyptusduft in der Luft
17. Aussie Barbie
18. unbekanntes Vogelgezwitscher
!19.! Nicht mehr sagen zu müssen: „Die Zeit verfliegt“

⬆️ Die Zeit verfliegt nicht. Ich kann sie totschlagen, rumbringen, verstreichen lassen oder nutzen und genießen. Und ich will mir nicht mehr selbst sagen, wie die Zeit verfliegt, sondern mich und andere daran erinnern, sie zu genießen.


Meine Zeit steht in Gottes Händen. Ich darf in ihm ruhig sein.

Noch bis Mittwoch sind wir in Australien, bevor es weitergeht nach Neuseeland. Ein gutes Übungsfeld für mich.


Genießt den 2. Adventssonntag 🕯🌠
Love, anni