Samstag, 18. Juli 2020

Geburtsvorbereitung für die zweite Geburt

Wie bereite ich mich auf meine Geburt vor? Vor allem im Rückblick auf die 1. Geburt, was werde ich gleich und was würde ich diesmal anders machen?
Das will ich dir heute ein bisschen beantworten.

Vor Lous Geburt sind wir in der 31. SSW aus Neuseeland nach Deutschland gekommen. Ich habe in Neuseeland als Geburtsvorbereitung Workoutvideos gemacht, aber ansonsten war die Geburt gefühlt noch sehr weit weg.
Als wir in Deutschland waren, habe ich an den letzten paar Abenden eines Geburtsvorbereitungskurses teilgenommen, doch da ging es hauptsächlich um Stillen und Wochenbett. Ich habe hier wundervolle Frauen kennengelernt, und dafür hat sich der Kurs gelohnt. Für die Geburtsvorbereitung hat er mir leider nichts gebracht...
Ich habe Videos angeschaut, von Geburten und auch von Hebammen, die den Geburtsablauf erklären.
Soweit zu meiner ersten Geburt. Diese war eine wunderbare Hausgeburt, die ziemlich lang dauerte und die mir sehr viel Kraft abverlangte. Eine natürliche Geburt. Nicht ganz so wie erhofft und erträumt, im ersten Moment war ich tatsächlich enttäuscht. Hatte das nicht viel zu lange gedauert, war viel zu anstrengend, ich viel zu unfokussiert und leidend? Das war mein Eindruck von mir. Die nächste Geburt sollte auf jeden Fall anders werden. Und auch wenn ich jetzt weiß, dass meine erste Geburt wunderbar war und ich es gut gemacht habe, freue ich mich nun sehr auf das 2. Mal. Mit ein bisschen mehr Erfahrung, mehr Fokus, dem Wissen über meine Stärken und Schwächen und was ich mag und nicht mag und ganz viel neuem Gottvertrauen!

Geburten sind individuell

Vorweg, die ideale Geburtsvorbereitung gibt es wahrscheinlich nicht, denn du weißt nie, wie deine Geburt werden wird. Ein bisschen Spontaneität ist sicher immer gefragt und das Entspannen-Können und Loslassen-Können in unterschiedlichsten Situationen ist super wichtig. Das ist auch etwas, was ich übe mit gezielten Übungen.
In einem ihrer Videos beschreibt Kierra Blaser (Hier kommst du zu ihrer YouTube Seite :)), deren Online-Geburtsvorbereitungskurs ich gemacht habe, den Unterschied zwischen Glaube und Hoffnung/Vertrauen in der Geburt. Das finde ich ganz vorweg wichtig zu wissen:
GLAUBE für spezifische Dinge, die passieren werden / wie sie ablaufen werden, ABER
VERTRAUE und HOFFE, dass Gott gut ist, EGAL was passiert und dass es trotz allem immer noch gut wird. Das verspricht Gott uns.

Geburten sind wunderschön

Ich glaube, das wichtigste ist zu erkennen, egal, ob man schon ein Baby zur Welt gebracht hat oder nicht, dass Geburten etwas wunderschönes sind. Unser Blick und unsere mentale Einstellung beeinflussen maßgeblich, ob die Geburt gut werden kann oder nicht.
Das bedeutet: Wenn ich eine schlechte Erfahrung hatte, sollte ich sie aufarbeiten, reflektieren, glauben, dass es diesmal anders und gut werden kann.
Wenn meine negative Einstellung "nur" von der Gesellschaft geprägt ist, ist es sicher einfacher, sich ein positives Bild zu verschaffen.
Ich spreche positiv und hoffnungsvoll über meine Geburt, denn ich weiß, welche Kraft meine Worte haben. Ich schaue mir Videos von Geburten an, die schön sind. Das sind oft Hausgeburten, aber nicht ausschließlich.


Geburten sind natürlich

Ich bereite mich in dem Rahmen, wie es geht, natürlich auf meine Geburt vor. Denn was gibt es natürlicheres als eine Geburt? Für mich ist der erste Impuls nicht, für eine Geburt ein Krankenhaus aufzusuchen. Wenn das für dich so ist, ist es ok. Dann informiere dich sehr gut und triff im Voraus Entscheidungen, was du möchtest und was du nicht möchtest. Schreibe es auf und sprich mit deinem Ehemann darüber, dass er genau so gut Bescheid weiß, wie du. Unter der Geburt ist er dein Sprachrohr.
Auch wenn du eine außerklinische Geburt planst, was nur wenige Prozent aller Frauen in Deutschland tun, dann informiere dich gut über den Prozess und Ablauf einer Geburt. Wenn du weißt, was auf dich zukommt, kannst du mit den unterschiedlichen Phasen und Gefühlen gut umgehen.

Geburten sind kraftvoll

Geburten sind Naturgewalt pur. Frauenpower vom Feinsten. Der Körper wird natürlich strapaziert und hat eine Menge Arbeit zu tun.


 Vor Lous Geburt habe ich mehr gezielten Sport gemacht, um meine Muskulatur zu stärken und trainieren für diesen "Marathon Geburt". Diesmal habe ich dafür entweder keine Zeit, da es zusammen mit Lou nicht gut klappt, oder keine Kraft oder keine Lust... aber ich fühle mich durch das Tragen von Lou und den Alltag mit ihr besonders im Rücken diesmal sowieso stärker als vor ihrer Geburt. Es ist sicher trotzdem kein Fehler, auch den Körper sowie den Geist gezielt auf diese Kraftattacke vorzubereiten. Auch dazu gibt es wunderbare Videos von Kierra Blaser und anderen wunderbaren Frauen. Bauchtanz soll auch toll sein :)


Wie bereite ich mich denn nun vor?

Ganz konkret in meinem Fall sieht meine Geburtsvorbereitung dieses Mal so aus:
Ich höre regelmäßig die Proklamationen, Bibelverse und Übungen von Kierra Blaser, weil sie in meinem Kurs dabei waren. Du kannst dir natürlich auch selbst Bibelverse heraussuchen, die Gott dir zeigt oder die dich ansprechen!
Ich habe mir einige für mich wichtige Bibelverse aufgeschrieben und neben der Toilette aufgehängt. Wo sonst sitzt man mal in Ruhe und hat einen Moment Zeit, um ein paar Bibelverse durchzulesen? :D

Den bereits erwähnten Online-Kurs "A heavenly Welcome" habe ich mit meinem Mann durchgeschaut und dabei auch besprochen, was wir uns für die nächste Geburt wünschen. Ich plane, ihn jetzt noch einmal allein durchzuführen.

In diesen letzten Wochen, die nun anstehen (es sind nur noch rund 2 Monate!!) plane ich noch intensiver die Übungen zur Entspannung zu machen. Das Ziel ist, dass ich mich/meinen Körper in jeder Situation entspannen kann. (Kann man super üben mit einem Kleinkind! :D)

Außerdem möchte ich noch einen Tag (oder einen halben, mal schauen, wie wir es einrichten können) Zeit allein mit Gott verbringen. Mal schauen, was er über die Geburt zu sagen hat ;)
Und gezielt beten mein Mann und ich für die Geburt, nicht täglich, aber immer wieder. Segnen meinen Körper, segnen das Baby. Sprechen Gottes gute Wege aus über unsere wachsende Familie.

Ich lese wenig, aber ausgewählt und gezielt. Beispielsweise immer wöchentlich zum Wochenwechsel aus dem Buch "Beten für mein Baby" von Jennifer Polimino. Gerne teile ich auch mal meine Leseliste mit dir.

Meine Online Freundin Salome hat mir erzählt, dass sie einen konkreten Abend mit ihrem Mann Zeit genommen hat, um für alle vorher gesammelten Ängste und Bedenken zu beten und Mama und Kind unter Gottes Schutz zu stellen. Auch das wollen wir noch machen.

Mein Rat für dich

Bleib in Verbindung mit dem Heiligen Geist, besonders in dieser sensiblen Zeit der Schwangerschaft und Geburt. Gerade weil es so eine wenig kontrollierbare und außergewöhnliche Zeit ist, die noch dazu so ursprünglich und natürlich erlebt werden kann, ist es ganz besonders, jetzt mit Gott zu connecten.
Gott möchte zu dir sprechen, über deine Geburt und durch deine Geburt. Alles, was passiert, kann unserer Beziehung mit Gott dienen, wenn wir unsere Herzen für ihn aufmachen. 

So weit mal... Hast du noch eine Frage?
Love,
anni

Dienstag, 23. Juni 2020

wunderbar weiblich

Ich bin nun schon über eine Woche im 3. Trimester angelangt und meine Schwangerschaft ist nicht mehr zu übersehen. Das merke ich vor allem auch an den Blicken, wenn wir unterwegs sind oder wenn ich nicht durch den Spalt zwischen Badezimmertür und Waschbecken in unserem kleinen Bad durchpasse.

schwanger in Neuseeland mit Louisa
Und ich muss sagen, dass ich diesen Kugelbauch liebe. In der Schwangerschaft fühle ich mich so richtig weiblich und schön. Das ist sicher auch dadurch bedingt, dass es mir einfach gut geht, ich es liebe, mein Baby beständig zu spüren und ich einfach so fasziniert bin, dass da ein kleiner Mensch in mir wächst.
Schon meine erste Schwangerschaft hat mir ein ganz neues Körpergefühl geschenkt. Ich kann viel besser "hören", was mein Körper braucht - Wasser, Obst, Ruhe, Bewegung, etc. - und schaffe es auch viel besser, dann darauf einzugehen. Das trägt noch mal mehr zu einem guten Körpergefühl bei.
In dieser Schwangerschaft bin ich, dank meinem Kleinkind, noch viel beweglicher und fitter und ich bin so stolz und dankbar, was mein Körper gerade leistet. Ganz nebenbei und ohne mein Zutun wird in meinem Bauch ein wunderbarer neuer Mensch geformt.

yay, Kompressionsstrümpfe!
Eine Schwangerschaft ist extrem und geht manchmal auch mit mehr Beschwerden einher. Auch ich bin kurzatmig, müde und trage täglich Kompressionsstrümpfe, die ich nicht sonderlich bequem oder sexy finde. Die ersten kleinen Risse in meiner Bauchhaut werden sichtbar. Mein Bauchnabel sieht echt komisch aus. Aber: was für eine krasse Leistung vollbringe ich grade, während ich nur hier sitze und das schreibe. In mir lebt ein anderer Mensch, ein kleiner Junge, den Gott gerade liebevoll wachsen lässt. Das finde ich einfach nur beeindruckend und es gibt mir auf das Leben als Gesamtes eine ganz neue Sicht.

Wie wertvoll ist jedes Leben!
Wie viel Liebe steckt der Schöpfer in jeden Menschen!
Wie viel kann eine Frau aushalten!
Und auch: Wie viel Schönheit steckt in diesem ganzen Prozess, im Wachsen und im Leben, im Zurückbilden. In diesem Kreislauf. Nicht jede Phase ist schön. Aber Gott hält jede Phase und begleitet uns in jeder Phase und es ist gut.

Ich mag diese Natürlichkeit, die mir gerade wieder so sehr vor Augen steht. Diese "raw beauty". Das Wort fesselt mich. Natürliche, reine Schönheit. Kraftvoll. Rund. Weich. Sicher.

love,
anni

Samstag, 20. Juni 2020

Mama mit Gefühl

Heute geht es weiter mit der #mamasein Reihe.
In der letzten Zeit wirbeln meine Gedanken oft von einem Extrem zum Nächsten. Ob das an den Schwangerschaftshormonen liegt? Es fällt mir jedenfalls schwer, alles zu "Papier" zu bringen und gleichzeitig hilft es mir, die Gedanken zu ordnen.

Ich denke, meine Gefühle sind nicht nur von meiner hormonellen Lage beeinflusst, sondern auch von den Gefühlsausbrüchen meines Kleinkindes.
Und da wären wir schon mitten im Thema: Sie ist das Kleinkind, das seine Gefühle erstmal kennenlernen und austesten darf, und dann lernen darf, sie zu kontrollieren.
Und ich bin die Erwachsene, die Mama, die aushalten lernen und begleiten lernen darf.

Ich bin der Thermostat, nicht das Thermometer. Das heißt, ich gebe die Temperatur vor und passe mich nicht an. Gleiches gilt auch für Gefühlsausbrüche während der Schwangerschaft. Die sind erlaubt, aber ich will mich nicht davon beherrschen lassen.
Natürlich habe ich Gefühle, die von Dingen im Außen beeinflusst werden. Ich bin kein Stein, natürlich werde ich mal sauer, bin genervt, rolle die Augen, hebe die Stimme, stampfe auf den Boden, Tränen fließen.
ABER: Ich unterstelle mich nicht den Gefühlen eines 18 Monate alten Mädchens, nicht dem aufgewirbelten Hormonhaushalt durch Schwangerschaft oder Zyklus, nicht den Nachrichten und Einschränkungen aufgrund von Covid19, nicht der Laune meines Nachbarn, etc.
Für meine Gefühle bin ich ganz alleine verantwortlich. Und als Mama trage ich die Verantwortung, meinem Kleinkind bei der Regulation seiner Gefühle zu helfen.

Es ist wichtig, dass ich kein Stein bin, dass wir unsere Gefühle fühlen. Wie sollen unsere Kinder sonst lernen und viel wichtiger, wie sollen wir sonst leben? Gott hat uns so gemacht, mit unseren Gefühlen! Wir haben ja auch nicht nur negative Gefühle, sondern auch viele positive und schöne! Aber wie ich agiere und reagiere möchte ich nicht von meinen Gefühlen abhängig machen, sondern das entscheide ich in jedem Moment neu. Meine Laune wähle ich selbst! Meine Einstellung zu Dingen wähle ich selbst!
Wir sind Menschen mit Körper, Seele und Geist.
Unsere Seele besteht aus unserem Willen, Gedanken und Emotionen. Wenn ich mich nur von meinen Emotionen führen lasse und meinen Willen ausblende oder meinen Willen im Emotions-Selbstmitleids-Vollbad baden lasse, dann genieße ich das vielleicht einen kurzen Moment. Aber wirklich besser geht es mir insgesamt damit nicht. Es ist wichtig, dass unsere Gedanken von Gottes Liebe und Gottes Geist erfüllt sind, dann können wir unseren Willen auf die richtigen Dinge fokussieren - und unsere Emotionen folgen.
Und falls mir das noch zu schwer fällt, da gibt es durchaus den einen oder anderen Moment, dann unterstelle ich immer wieder neu und bewusst meinen Körper und meine Seele meinem Geist, der von dem Heiligen Geist Gottes gefüllt ist. Und da finde ich Annahme und Vergebung für mich, kann mich beruhigen im Shalom-Frieden Jesu, der allen weltlichen Frieden übertrifft, und dann bin ich neu gewappnet für die Situationen, die meine Emotionen zum Kochen bringen.

Wie geht es dir mit deinen Gefühlen? Vielleicht hast du kein Kleinkind, aber dafür eine andere Herausforderung. Ich sehe es als einen Segen: nur an der Herausforderung können wir lernen.
Es ist so wichtig, dass wir unsere Gefühle nicht unterdrücken (oder die unserer Kinder), Gefühle dürfen gefühlt werden!! Aber gleichzeitig sind sie auch nur Hinweise auf das, was vielleicht gerade schief läuft. So können sie uns auch helfen, Dinge und Situationen anzugehen und zu verändern.
Ich möchte auch gar nicht, dass Gefühle nur negativ besetzt sind. Gefühle sind etwas wunderbares. Denk einmal an die Bandbreite, was wir fühlen können und wie subjektiv das alles ist. Gefühle können wir nicht sehen, nicht greifen, wir wissen manchmal nicht einmal, wo wir sie genau fühlen. Gefühle sind uns von Gott gegeben, sie sind ein Geschenk, über das wir uns freuen dürfen und das wir nutzen dürfen.

love,
anni

Mittwoch, 10. Juni 2020

Schwangerschaft ohne (vor)SORGE?!

Ich möchte dich ein bisschen an meiner zweiten Schwangerschaft teilhaben lassen.
Erstmal vorweg: Ich habe eine sehr unkomplizierte und beschwerdefreie Schwangerschaft. Mir ist klar, dass das nicht für jede Frau der Fall ist und ich bin super dankbar dafür!
Wenn es Komplikationen gäbe, dann würde ich neben Gebet und Hebammenrat natürlich auch meine Ärztin hinzuziehen!

Als ich gerade rausgefunden hatte, dass ich wieder schwanger bin, wollte ich am liebsten jedem davon erzählen. Doch da das erst nach und nach ging (warten, bis man sich persönlich trifft, etc.) konnte ich es eine ganze Weile auf instagram noch nicht verraten.
Daher habe ich ein zweites Profil eröffnet, extra für die Schwangerschaft. Jetzt bin ich ja gar nicht mehr bei instagram aktiv, das Schwangerschaftsprofil war tatsächlich mit ein Grund dafür.
Ich schaute mit meinem Schwangerschaftsprofil auch hauptsächlich, was andere Schwangere so posten und war entsetzt: jeden Tag ein Bild eines neuen Schwangerschaftstest, Texte über Sorgen, Ängste, Probleme mit dem Arbeitgeber. Insgesamt eine negative Stimmung. Wo waren da die Freude über die Schwangerschaft, das Vertrauen in das Baby und den eigenen Körper?

Ich hingegen machte mein positives Gefühl zum Programm und zum Namen und wollte den alten Begriff für eine Schwangerschaft wieder aufleben lassen, das nannte man früher "guter Hoffnung sein". So wollte ich einen Gegenpart setzen und meine Mitschwangeren zum Nachdenken anregen.

Das stellte sich jedoch als schwierig heraus und, ehrlich gesagt, war es mir viel zu anstrengend, in diesem negativen Strudel gegen den Strom zu schwimmen, noch dazu mit einem neu eröffneten Profil. Darum habe ich von meinen beiden Instagram Accounts jetzt erstmal Abstand genommen.
Aber in meinem echten Leben, da mache ich das.
Nicht nur Schwangerschaft ohne Sorge, sondern Leben ohne Sorge. Denn da ist die Bibel so klar:
Gott sorgt sich um uns und für uns. Wir können das Sorgen getrost sein lassen.

Wie sieht das nun konkret in meiner Schwangerschaft aus?
Für mich äußert sich das auf unterschiedliche Arten:

- Vertrauen in Gott und meinen Körper
Ich vertraue Gott, dass er meinen Körper so gemacht hat, dass ich dieses Baby heranwachsen lassen und gebären kann. Wenn es irgendwo drückt oder ziept, ist mein erster Gedanke nicht von Angst geprägt. Ich versuche durch Schonen oder sanfte Bewegung und Gebet und evtl. natürlichen Hilfsmitteln, wie ätherischen Ölen, mir Linderung zu verschaffen. Kein Grund, gleich in Panik zu verfallen. Ich spreche über meinem Körper aus, dass er gesund ist und dass das Baby in Sicherheit ist. Alles, worüber ich mir unsicher bin, bespreche ich auch mit meiner Hebamme.

- Begleitung durch eine Hebamme
Statt die Vorsorgen hauptsächlich von der Frauenärztin durchführen zu lassen, betreut mich von der Vorsorge bis ins Wochenbett die gleiche erfahrene und mir sympathische Frau: meine Hausgeburtshebamme. Eine solche Begleitung zu haben ist Gold wert und leider nicht an allen Orten möglich. Wenn man sich früh genug darum kümmert, ist es aber häufig möglich. Auch ohne Hausgeburt kann man die Vorsorge bei einer Hebamme machen lassen.
Hebammen haben meist einen anderen Ansatz als Ärzte und allein dadurch wird die Vorsorge schon weniger sorgenvoll.

- Abwägen: welche Untersuchungen brauche ich wirklich
Wir haben uns entschieden, nur die 3 standardmäßigen Ultraschall Screenings machen zu lassen. Auch den Blutzuckertest habe ich durchführen lassen, allerdings von meiner Hebamme. Ärzte raten gerne zu vielen Untersuchungen, um sich rechtlich abzusichern. Für die Frau ist das nicht unbedingt von Vorteil. Meine Frauenärztin schlug mir beispielsweise einen zusätzlichen Ultraschall in der 39. Woche vor, um das Gewicht und die Größe des Babys zu schätzen. Der Sinn hierbei erschließt sich mir allerdings nicht ganz. Ich habe bereits ein ziemlich großes Baby geboren, weiß also, dass auch dieses Baby durch mein Becken passen wird (ein zu schmales Becken ist sehr selten). Meine Hebamme tastet das Baby bei jeder Vorsorge und schätzt ebenfalls die Größe. Die Messungen mit dem Ultraschall sind recht ungenau. Welchen Nutzen habe ich von einem geschätzten Gewicht? Ich finde keinen und denke eher, dass es Sorgen auslösen könnte, dass das Baby eben nicht die richtige Größe hat. Auch hier will ich vertrauen.
Das gleiche gilt für die standardmäßigen CTG Untersuchungen, die in Frauenarztpraxen ab der 30. Woche regelmäßig durchgeführt werden. Das ist nur eine Absicherung für den Arzt und meist nicht nötig, zudem ist es für viele Frauen unbequem und auch für das Baby vielleicht nicht so angenehm, das weiß man natürlich nicht genau.
Meine Hebamme kontrolliert die Herztöne des Babys, entweder mit einem Hörrohr oder mit einem mobilen CTG-Gerät. Eine Dauer von einer halben Stunde finde ich nicht gerechtfertigt. Hat das Kind eine Auffälligkeit, die man auf jeden Fall sofort nach der Geburt behandeln muss, würde es auch der Hebamme auffallen.

Ob ich ein Untersuchungsangebot annehme oder ablehne hängt natürlich mit dem gesamten Schwangerschaftsverlauf zusammen. Ist er unauffällig, sehe ich meist keinen Grund für eine Zusatzuntersuchung.

Generell würde ich sagen:
Ich sorge mich nicht. Gott sorgt für mich. Ich sorge mich UM mich und mein Baby. 
Das heißt: angst- oder panikvolle Gedanken haben keinen Platz. Die tun meinem Baby nämlich auch nicht gut. Wenn sie doch mal aufkommen, gebe ich sie im Gebet Gott ab oder bespreche sie mit meinem Mann oder meiner Hebamme. Ich versorge mich und meinen Körper und damit mein Baby gut, sich nicht-sorgen bedeutet nicht, sich nicht um die Bedürfnisse zu kümmern. Aber ich lebe ohne Sorge.

Das wünsche ich dir auch, dass du eine beschwerdefreie und sorglose Schwangerschaft erleben darfst! Es ist ein riesiges Geschenk und nicht selbstverständlich. Aber wir dürfen es aus Gottes Hand empfangen.

love,
anni

Dienstag, 26. Mai 2020

Mama mit Gnade

Willkommen beim ersten Posting in der #mamasein Reihe :) Mal schauen, wie viele es werden.
Ganz am Anfang möchte ich den Grundstein meines Mamaseins erklären.
Ich bin eine Mama mit Gnade.

Gnade ist uns in unserer Familie wichtig. Sie ist uns so wichtig, dass sie sogar einer unserer Familienwerte ist.
Funfact: Mein Name bedeutet passenderweise "Gnade und Barmherzigkeit" (von hebräisch channa).
Gnade ist ein Wert, den wir unseren Kindern mitgeben möchten.
Aber warum ist Gnade für uns so elementar?

Weil wir sie selbst so dringend brauchen.

Und das erlebe ich momentan vor allem ganz stark in meinem Mamasein. Gnade ist mein Grundstein. Ohne Gnade könnte ich keine glückliche Mama sein, denn ich würde mir wahrscheinlich ständig Selbstvorwürfe machen oder über Situationen nachdenken, die nicht so gut gelaufen sind. Keine Mama macht alles richtig, Mamas sind nämlich Menschen. Ja, ganz richtig! Zwar ziemlich krasse Powermenschen, aber eben Menschen. Und deshalb hänge ich mich nicht an meinen Fehlern auf.


Mamasein mit Gnade bedeutet für mich, dass nicht alles von mir abhängt. Das erleichtert mich ungemein. Meine Kinder sind in Gottes Hand und ich stelle sie täglich unter seinen Segen und Schutz.
Ich als Mama (und auch Papa) kann niemals alle Bedürfnisse erfüllen, egal, wie viel ich gebe.
Ich kann niemals alle Gefahren vorbeugen, egal, was ich mache.
Ich kann niemals immer nur lieb und geduldig sein, egal, wie gern ich es möchte. Und all das muss ich auch gar nicht können und leisten. Denn das wertvollste, was ich meinen Kindern mitgeben kann, ist, dass sie ihren Papa im Himmel kennenlernen und eine Beziehung zu ihm aufbauen.
Das lernen sie unter anderem, da bin ich sicher, an meinem Versagen:
1) Wie gehe ich selbst damit um? Wo suche ich selbst Hilfe und Trost?
2) Sie lernen selbst den Tröster und den perfekten himmlischen Vater kennen.

Und natürlich gibt es dann noch einen anderen Aspekt. Wenn ich Gnade in Anspruch nehmen darf, dann will ich auch gnädig sein. Mit mir selbst, mit meinem Mann und mit meinen Kindern.
Das ist ein Lernfeld. Und auch da gibt es Gnade. Und da wären wir wieder beim Anfang.

love,
anni

Montag, 11. Mai 2020

#mamasein

Gestern war Muttertag und ich überlege schon lange, ein paar Postings zum #mamasein zu schreiben. Was für ein passender Anlass also, eine kleine Reihe zu starten.

Mamasein ist so individuell und vielfältig wie jede Frau ist. Und trotzdem gibt es ein paar Dinge, die uns Mamas vereinen.

Jede Mama ist die Expertin für ihr eigenes Kind. Aber eben auch nur für das eigene Kind, und nicht für das von nebenan, das der Freundin oder das, das im Supermarkt Theater macht. Und auch nur, für die Phase und das Alter, wo ihre Kinder gerade sind. Ist das nicht verrückt?
Eine Mama ist mit einem zwei Monate alten Baby genau so eine Mama, wie eine Frau, deren Kinder schon Teenager sind. Sie haben natürlich unterschiedliche Erfahrungen, aber beide sind Mamas.
Und dann, wenn man jede Phase einmal durchhat, dann sind die Kinder vielleicht schon so groß, dass sie gar nicht mehr Zuhause wohnen und das Mamasein wird wieder ganz anders.

Mamasein ist so natürlich, es ist gleichzeitig nichts besonderes und doch das Besonderste der Welt. Viele der Frauen, denen man auf der Straße begegnet, sind Mamas. Jeder Mensch, dem man auf der Straße begegnet, hat eine Mutter. Ist das nicht verrückt? Je mehr ich darüber nachdenke, desto verrückter finde ich es.

Gott möchte übrigens auch wie eine Mutter zu uns sein. Es gibt wenige Stellen in der Bibel, aber diese liebe ich. Wie schön, dass, egal, wie deine eigene Mutter war, du eine Mama nach Gottes Herzen sein kannst. Denn er ist für dich nicht nur der Vater, sondern auch die Mutter im Himmel!

Mama ist man sein Leben lang, aber wie es genau aussieht und sich auswirkt, das verändert sich ständig.

Ich möchte in dieser Reihe meine eigenen Erfahrungen teilen und ermutigen. Es geht mir nicht darum Klischees zu füttern oder sonstiges. Ich würde mich über Austausch freuen, wie ihr euer Mamasein erlebt, oder wie es für euch ist noch keine Mama zu sein, aber gerne eine werden zu wollen. Da war ich auch. Vielleicht hilft dir da dieser Brief, den ich einmal an mich selbst geschrieben habe weiter.

Erzähl mir doch ein bisschen von dir. Wie viele Kinder hast du? Was magst du besonders am Mamasein?

love,
anni

Freitag, 1. Mai 2020

"...die Hölle los!"

Letztes Wochenende lag ich im Garten im Liegestuhl und habe eine Unterhaltung von zwei Nachbarn mitgehört. Der eine ist Vater von drei Töchtern, der Andere hat eine Tochter, die etwa 10 Monate alt ist.

Gleich ist es wieder gut <3
Die Unterhaltung war kurz und hauptsächlich ging es um die Anzahl der Kinder. Der Kommentar des Papas mit dem Baby ging mir durch Mark und Bein, ich wäre fast aus dem Liegestuhl aufgesprungen (vielleicht hätte ich es machen sollen?).
"Mir reicht schon die Eine. Da ist manchmal schon die Hölle los." Hahaha. Ein sarkastisches Lachen. Die Töchter alle rings umher, kriegen alles mit. Hahaha.

WIE BITTE?!?

Väter, ist euch bewusst, dass eure Worte eine immense Kraft haben? Dass sie die Identität eurer Kinder prägen? Dass ihr es seid, von denen eure Kinder Bestätigung und Liebe suchen?

Sicher, das Leben mit einem Baby ist manchmal anstrengend. Sicher, manchmal ist es nervig, wenn das Kind weint und man den Grund nicht versteht. Sicher, man muss nicht alle Phasen immer toll finden. ABER:
"Kinder sind ein Geschenk des Herrn, sie sind ein Lohn aus seiner Hand." Psalm 127, 3

Unser Segen
Das ist das Gegenteil der Hölle. Kinder sind ein Segen. Kinder sind ein Geschenk für uns, durch das wir wachsen dürfen. Klar, ist das manchmal schwierig und unbequem. Aber so gut!
Bitte achtet darauf, was ihr über eure Kinder sagt und was ihr zu euren Kindern sagt. Aus dem gleichen Garten hörte ich auch schon Dinge wie "Spinnst du eigentlich?", "Tu nicht so blöd!", "Das ist viel zu gefährlich" etc. In der aktuellen Family gibt es gerade einen tollen Artikel über die Macht der Worte von Sarah Lauser, so bin ich auf ihren Blog und ihr Buch Happy New Wir gestoßen (Empfehlung!!). Ich habe auch schon mal hier drüber geschrieben.

Auch in unserem Haus kommt es vor, dass ich Worte sage, die ich nicht so meine. Das passiert. Ich bin ein Mensch mit einer Kapazitäts- und Geduldsgrenze.
Aber wenn es passiert, dann entschuldige ich mich bei meiner 16 Monate alten Tochter dafür und ersetze die ausgesprochene Lüge
mit der Wahrheit. Das heißt, wenn mir ein "Bitte mach jetzt nicht so ein Theater" rausrutscht, dann nehme ich sie auf den Schoß und sage: "Tut mir leid, dass ich das gesagt habe. Ich meine es nicht so. Du darfst deine Gefühle fühlen. Aber jetzt suchen wir zusammen eine Lösung."
Natürlich versteht sie das noch nicht. Ich bin eigentlich auch kein großer Fan davon, Kinder so "an die Wand zu reden", also mit Worten zu überfordern. Aber in diesem Fall haben diese Worte auch eine geistliche Bedeutung. Ich sage sie zwar für Lou, aber nicht ausschließlich: sondern auch um ihre Identität vor allen Mächten und Gewalten klarzustellen. Sie kann es noch nicht selbst, solange tue ich es für sie und sie kann es von mir lernen.

Jedes Wort, das aus deinem Mund kommt, hat Kraft und kann dein Kind ein bisschen höher ziehen oder ein bisschen weiter runter drücken. Du entscheidest.

(Das gilt übrigens auch für alle anderen Beziehungen und Lebensbereiche. Entscheide weise über deine Worte!)

love,
anni

DIE WUNDERSCHÖNEN FOTOS SIND VON ANNE SCHLINGHEIDER

Geburtsvorbereitung für die zweite Geburt

Wie bereite ich mich auf meine Geburt vor? Vor allem im Rückblick auf die 1. Geburt, was werde ich gleich und was würde ich diesmal anders m...

besonders gern gelesen