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Es werden Posts vom November, 2017 angezeigt.

m.ein Mutterherz

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Ein Baby weint und alles zieht sich in mir zusammen. Nicht, weil es mich stört. Sondern weil es mir weh tut, das Baby weinen zu sehen oder zu hören. Es ist eine Veranlagung, eine genetische Sache, die das Überleben eines Säuglings sichert: wenn ein Baby weint kümmert die Mutter sich darum.

Ich bin noch keine Mutter, aber trotzdem habe ich diese starken Gefühle beim Weinen eines Babys. Vielleicht nicht so, wie eine Mama bei ihrem eigenen Kind. Aber doch stark.

Am Wochenende habe ich die Ausbildung zur Trageberaterin bei Didymos in Ludwigsburg gemacht. Dabei haben wir auch viel über die Bedürfnisse eines Kindes gelernt und wie die Gesellschaft Erziehung sieht. Es beherrscht uns eine riesige Angst, dass wir unser Kind verwöhnen. Dass diese Angst aus der nationalsozialistischen Zeit stammt, in der die Kinder möglichst abgehärtet werden sollen, wissen die wenigsten.
Wir sprachen darüber, wie elementar und gleichzeitig schön Nähe für Babys ist, und dass wir als Erwachsene ja auch ein Nähebe…

Heimatlos?

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Vor einer Woche sind wir aus unserer Wohnung ausgezogen. Wir haben alle unsere Sachen in Kisten verpackt, bis spät in die Nacht, und gestapelt. Wir haben unsere Erinnerungen eingepackt, die wichtigen Ordner, die Bücher, die Winterkleidung, die Töpfe. Wir haben unseren Tisch und die Stühle verkauft, das Bett eingelagert, die Schränke für unsere Nachmieter leer geräumt. Und dann kamen viele liebe Menschen, die uns geholfen haben, alles fünf Stockwerke nach unten zu tragen und in einen Transporter zu packen, dass wir es zu unseren Eltern bringen können. Alles, was wir noch besitzen.


Letzten Montag haben wir die Schlüssel unserer Wohnung abgegeben. Und seitdem sind wir wohnungslos. Bis jetzt fühlt es sich noch wie Urlaub an, aber erste Leute fragen, ob wir uns nicht heimatlos fühlen. Und ich kann von ganzem Herzen verneinen.

Denn meine Heimat ist nicht an eine Wohnung gebunden. Auch wenn unser neues Zuhause im Markgräflerland in den letzten Jahren zu einer neuen Heimat geworden ist und wir…

Everything falls into place

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Wie die Blätter fallen, fallen gerade auch die Dinge aus unserer Wohnung weg (zum Glück nicht vom Balkon). Nach und nach füllen sich Kisten mit den Aufschriften „EBay“, „verschenken“, „behalten“ und „mitnehmen“. Es ist das totale Chaos, wie bei einem Herbststurm. Um an den Kistenstapel in der Ecke zu kommen muss ich über die Gästebettwäsche, den Staubsauger und einen Haufen mit aussortiertem Kram steigen. Ich will gerade erzählen, wie anstrengend das alles ist, als ich merke, dass es mir Spaß macht! Chaos macht mir nicht viel aus, ich weiß, dass es ein Übergangszustand ist und ich mag die Veränderung.
Mir gefällt unser sich leerendes Wohnzimmer, aus dem der Raclettegeruch gar nicht mehr rausgeht, da wir so viele Abschiedsbesuche haben, mit denen wir Raclette essen.  Mir gefällt der leere Platz, wo die Mikrowelle stand, die nun nicht mehr mich, sondern meine Schwester mit wärmenden Rapskissen versorgt.  Ich freue mich über den Abschied, auch wenn er schmerzt. Bittersweet ist so ein gu…

Muskathlon: Break my heart

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Spoiler: Nie habe ich so viele Männer weinen gesehen, wie beim Muskathlon [Fußballstadien betrete ich aus Prinzip nicht ;) ]

Weinen finde ich ganz wunderbar. Klar, manchmal ist es ganz schön unpassend, wenn die Tränen kommen. Ich kenne viele Frauen, die sich dafür schämen und entschuldigen, dass sie "Nah am Wasser gebaut sind".
Warum verstecken wir unsere Tränen so oft? Gott hat sie uns gegeben und er wird sich wohl etwas dabei gedacht haben :)
Auch Jesus weint... aus Mitgefühl ( = Compassion). Jesus ist überhaupt ein emotionaler Mensch gewesen, denke ich. Er liebt, weint, ist wütend, hungrig, ...
Ich glaube, wie Jesus, dürfen wir unsere Emotionen spüren, ohne uns davon kontrollieren zu lassen. Für dich scheint es vielleicht, als würde man die Kontrolle verlieren, wenn man Tränen zulässt. Ich denke, Tränen sind ein Ventil, das uns hilft, die Kontrolle nicht zu verlieren.

Während unserer Reise gab es immer wieder Momente, in denen mir die Tränen in die Augen stiegen. Wir habe…