Mittwoch, 10. Juni 2020

Schwangerschaft ohne (vor)SORGE?!

Ich möchte dich ein bisschen an meiner zweiten Schwangerschaft teilhaben lassen.
Erstmal vorweg: Ich habe eine sehr unkomplizierte und beschwerdefreie Schwangerschaft. Mir ist klar, dass das nicht für jede Frau der Fall ist und ich bin super dankbar dafür!
Wenn es Komplikationen gäbe, dann würde ich neben Gebet und Hebammenrat natürlich auch meine Ärztin hinzuziehen!

Als ich gerade rausgefunden hatte, dass ich wieder schwanger bin, wollte ich am liebsten jedem davon erzählen. Doch da das erst nach und nach ging (warten, bis man sich persönlich trifft, etc.) konnte ich es eine ganze Weile auf instagram noch nicht verraten.
Daher habe ich ein zweites Profil eröffnet, extra für die Schwangerschaft. Jetzt bin ich ja gar nicht mehr bei instagram aktiv, das Schwangerschaftsprofil war tatsächlich mit ein Grund dafür.
Ich schaute mit meinem Schwangerschaftsprofil auch hauptsächlich, was andere Schwangere so posten und war entsetzt: jeden Tag ein Bild eines neuen Schwangerschaftstest, Texte über Sorgen, Ängste, Probleme mit dem Arbeitgeber. Insgesamt eine negative Stimmung. Wo waren da die Freude über die Schwangerschaft, das Vertrauen in das Baby und den eigenen Körper?

Ich hingegen machte mein positives Gefühl zum Programm und zum Namen und wollte den alten Begriff für eine Schwangerschaft wieder aufleben lassen, das nannte man früher "guter Hoffnung sein". So wollte ich einen Gegenpart setzen und meine Mitschwangeren zum Nachdenken anregen.

Das stellte sich jedoch als schwierig heraus und, ehrlich gesagt, war es mir viel zu anstrengend, in diesem negativen Strudel gegen den Strom zu schwimmen, noch dazu mit einem neu eröffneten Profil. Darum habe ich von meinen beiden Instagram Accounts jetzt erstmal Abstand genommen.
Aber in meinem echten Leben, da mache ich das.
Nicht nur Schwangerschaft ohne Sorge, sondern Leben ohne Sorge. Denn da ist die Bibel so klar:
Gott sorgt sich um uns und für uns. Wir können das Sorgen getrost sein lassen.

Wie sieht das nun konkret in meiner Schwangerschaft aus?
Für mich äußert sich das auf unterschiedliche Arten:

- Vertrauen in Gott und meinen Körper
Ich vertraue Gott, dass er meinen Körper so gemacht hat, dass ich dieses Baby heranwachsen lassen und gebären kann. Wenn es irgendwo drückt oder ziept, ist mein erster Gedanke nicht von Angst geprägt. Ich versuche durch Schonen oder sanfte Bewegung und Gebet und evtl. natürlichen Hilfsmitteln, wie ätherischen Ölen, mir Linderung zu verschaffen. Kein Grund, gleich in Panik zu verfallen. Ich spreche über meinem Körper aus, dass er gesund ist und dass das Baby in Sicherheit ist. Alles, worüber ich mir unsicher bin, bespreche ich auch mit meiner Hebamme.

- Begleitung durch eine Hebamme
Statt die Vorsorgen hauptsächlich von der Frauenärztin durchführen zu lassen, betreut mich von der Vorsorge bis ins Wochenbett die gleiche erfahrene und mir sympathische Frau: meine Hausgeburtshebamme. Eine solche Begleitung zu haben ist Gold wert und leider nicht an allen Orten möglich. Wenn man sich früh genug darum kümmert, ist es aber häufig möglich. Auch ohne Hausgeburt kann man die Vorsorge bei einer Hebamme machen lassen.
Hebammen haben meist einen anderen Ansatz als Ärzte und allein dadurch wird die Vorsorge schon weniger sorgenvoll.

- Abwägen: welche Untersuchungen brauche ich wirklich
Wir haben uns entschieden, nur die 3 standardmäßigen Ultraschall Screenings machen zu lassen. Auch den Blutzuckertest habe ich durchführen lassen, allerdings von meiner Hebamme. Ärzte raten gerne zu vielen Untersuchungen, um sich rechtlich abzusichern. Für die Frau ist das nicht unbedingt von Vorteil. Meine Frauenärztin schlug mir beispielsweise einen zusätzlichen Ultraschall in der 39. Woche vor, um das Gewicht und die Größe des Babys zu schätzen. Der Sinn hierbei erschließt sich mir allerdings nicht ganz. Ich habe bereits ein ziemlich großes Baby geboren, weiß also, dass auch dieses Baby durch mein Becken passen wird (ein zu schmales Becken ist sehr selten). Meine Hebamme tastet das Baby bei jeder Vorsorge und schätzt ebenfalls die Größe. Die Messungen mit dem Ultraschall sind recht ungenau. Welchen Nutzen habe ich von einem geschätzten Gewicht? Ich finde keinen und denke eher, dass es Sorgen auslösen könnte, dass das Baby eben nicht die richtige Größe hat. Auch hier will ich vertrauen.
Das gleiche gilt für die standardmäßigen CTG Untersuchungen, die in Frauenarztpraxen ab der 30. Woche regelmäßig durchgeführt werden. Das ist nur eine Absicherung für den Arzt und meist nicht nötig, zudem ist es für viele Frauen unbequem und auch für das Baby vielleicht nicht so angenehm, das weiß man natürlich nicht genau.
Meine Hebamme kontrolliert die Herztöne des Babys, entweder mit einem Hörrohr oder mit einem mobilen CTG-Gerät. Eine Dauer von einer halben Stunde finde ich nicht gerechtfertigt. Hat das Kind eine Auffälligkeit, die man auf jeden Fall sofort nach der Geburt behandeln muss, würde es auch der Hebamme auffallen.

Ob ich ein Untersuchungsangebot annehme oder ablehne hängt natürlich mit dem gesamten Schwangerschaftsverlauf zusammen. Ist er unauffällig, sehe ich meist keinen Grund für eine Zusatzuntersuchung.

Generell würde ich sagen:
Ich sorge mich nicht. Gott sorgt für mich. Ich sorge mich UM mich und mein Baby. 
Das heißt: angst- oder panikvolle Gedanken haben keinen Platz. Die tun meinem Baby nämlich auch nicht gut. Wenn sie doch mal aufkommen, gebe ich sie im Gebet Gott ab oder bespreche sie mit meinem Mann oder meiner Hebamme. Ich versorge mich und meinen Körper und damit mein Baby gut, sich nicht-sorgen bedeutet nicht, sich nicht um die Bedürfnisse zu kümmern. Aber ich lebe ohne Sorge.

Das wünsche ich dir auch, dass du eine beschwerdefreie und sorglose Schwangerschaft erleben darfst! Es ist ein riesiges Geschenk und nicht selbstverständlich. Aber wir dürfen es aus Gottes Hand empfangen.

love,
anni

1 Kommentar:

  1. Vielen Dank, dass ich so an deiner Schwangerschaft und vor allem deinen Gedanken dazu teilhaben darf! Das gibt mir Mut und Gelassenheit, wenn ich an meinen Kinderwunsch denke. Es ist so schön,euch als Familie zu sehen :)

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