Donnerstag, 24. August 2017

Wanderwochenende am Kandel

Bereits zum 4. Mal haben meine Schwiegereltern ein Augustwochenende im Schwarzwald mit uns verbracht. Diesmal haben wir eine besonders tolle Hütte gefunden: die Gummenhütte am Kandel, in der Nähe von Freiburg.

Bereits letztes Jahr wollten wir sie buchen, aber da war bereits ausgebucht. Wir waren umso glücklicher, dass es dieses Jahr geklappt hat und noch dazu ein Glücksgriff war.
Tolle Natur und Wanderwege ringsherum, wirklich nettes Personal, mit dem man das ein oder andere Schwätzchen halten konnte und eine richtige Wohnung mit Gemeinschaftsraum, Bad und Küche, statt nur einem Zimmer.

Als wir ankamen, war der Kandel in dichten Nebel gehüllt, das machte alles noch abenteuerlicher und ein bisschen mysteriös.

Auch am nächsten Morgen sahen wir noch nicht viel weiter als 20 Meter.
Nach einem guten, einfachen Frühstück machten wir uns trotzdem gemütlich auf den Weg. Bei der Thomashütte angekommen, staunten wir nicht schlecht, als ein heftiger Windstoß den dichten Nebel für ein paar Sekunden lichtete und einen Blick ins Tal freigab. Andy, der Gummenwirt, empfahl uns, hierher zum Sonnenuntergang zu kommen, wir vermuteten also eine tolle Sicht und nahmen uns vor, am Abend wieder herzukommen. Bei einer Entfernung von 1,3km zur Hütte kein Problem und ein schöner Abendspaziergang.

Über die Kandelpyramide (leider ohne Sicht) erreichten wir den leerstehenden Berggasthof, hier wird ein kleiner Kiosk betrieben. Wir stärkten uns dort, ein paar Meter weiter gibt es aber eine schönere Gaststätte, die wir leider erst später entdeckt haben. Der Hunger war in dem Moment einfach zu groß ;)

Nach der Pause gingen wir zurück zu unserem "Fensterliwirt". Als wir über die Kuppe kamen staunten wir nicht schlecht: Wir konnten die Hütte schon von oben sehen und noch dazu hatten wir ein wunderbares Panorama! Vom Parkplatz aus sind es nur 400m über eine Wiese, im Nebel kam der Weg uns ganz anders vor!
Auf der Sonnenliege machten wir zu viert ein Mittagsschläfchen während der einzigen Sonnenstunde des Tages.

Weiter ging es zum Heidbererfelsen, über abenteuerliche und wirklich schmale Pfade mit nahezu freiem Fall, wären nicht Bäume und Sträucher auf dem ganzen Hang gewachsen. Die Aussicht entlohnte den Weg.

Abends stärkten wir uns wieder mit einer Demeter Kartoffelsuppe und Gummenvesper mit Glottertaler Spezialitäten, das wir sogar draußen genießen konnten (warm eingepackt).

Tatsächlich gingen wir nochmal los, um den Sonnenuntergang bei der Thomashütte zu sehen. Es hat sich gelohnt, wenn es auch nicht das spektakulärste Farbenspiel war. Aber die Aussicht über ein in Abendlichtgoldenes Freiburg war wunderschön.



Am Sonntag starteten wir gemütlich, beschlossen dann aber am späten Vormittag, uns noch zu einer längeren Tour aufzumachen. Ziel: Plattenhof und Zweribachwasserfälle. Insgesamt sind es dann am Sonntag wohl so 18km geworden, die aber abwechslungsreich und gut zu bewältigen waren.
Ich habe oft Probleme mit Blasen, bereits bei kürzeren Strecken. Darum habe ich mir vibrams Zehenschuhe gekauft. Die ersten 6km bin ich darin gelaufen und es war ganz wunderbar. Ich habe keine einzige Blase und keine Druckstelle bekommen - ein ganz neues Lebens- und Laufgefühl!
Zum Mittagessen kehrten wir auf dem Plattenhof ein, ein wunderbarer Bauernhof mit Gastwirtschaft. Die freilaufenden Ziegen haben es uns besonders angetan :) Das Essen war gut und viel und ein sehr guter Preis. Große Empfehlung, man kann auch direkt mit dem Auto hinfahren. Für Kinder gibt es einen großen Spielplatz mit Bodentrampolin und Platz zum Toben.

Weiter ging es 2 abenteuerliche Kilometer zu den Zweribachwasserfällen, durch einen Bannwald. So einen wilden (ausgezeichneten) Weg habe ich in Deutschland noch nicht erlebt. Zwei Schilder haben wir gesehen, die an verunglückte Personen erinnerten. Das macht ein mulmiges Gefühl. Aber der gefährliche Abstieg lohnte sich! Die Wasserfälle waren größer als erwartet, über 3 Plateaus und einfach nur schöne, wilde Natur. Es waren zwar einige Menschen da, aber verglichen mit den Triberger Wasserfällen ein richtig tolles Naturerlebnis. Tobi nutzte die Gelegenheit für eine Erfrischung in der "Duschkabine der Kandelhexe" ;)
Auf dem Weg trafen wir auch Familien, für Kinder ein ganz besonderer Weg und eine kleine Herausforderung, die man wandererfahrenen Familien gut zutrauen kann.

Auf dem Rückweg gab es ein kleines Sonnenschläfchen (und eine Häkelpause für mich). Und zum Abschied noch ein Schwarzwaldmilch-Eis in Zweisamkeit beim Gummenwirt, nach dem wir schon große Sehnsucht hatten.


Ein gelungenes Wanderwochenende in einer schönen Wandergegend. Den Kandel und den Fensterliwirt können wir uneingeschränkt empfehlen! Beim Fensterliwirt muss man allerdings rechtzeitig buchen. Bringt man eigene Bettwäsche mit, ist der Übernachtungspreis vergünstigt!

Viel Spaß beim Wandern! Der Spätsommer ist die ideale Jahreszeit, finde ich! :)

Love,
Anni












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