Freitag, 10. März 2017

Schmecket und Sehet...

...wie freundlich der Herr ist!

Ich habe den ganzen März noch nichts gegessen. Seit 10 Tagen faste ich.

Während dem Fasten hat man die besten Rezeptideen, das kann ich euch sagen. Ich faste nun das 4. Mal, sonst habe ich aber mit einer Gruppe ein Heilfasten gemacht, das dem Körper gut tun soll. Diesmal ist es ein geistliches Fasten. Dieses Mal hält es sich in Grenzen, aber vor allem beim letzten Fasten waren meine Gedanken und sogar meine Träume voll mit Essen! Ich mache mir dann eine Liste, was ich auf jeden Fall essen will, wenn ich wieder richtig essen kann. (Achtung!! Aufbautage beachten, nach einer längeren Fastenzeit sollte man ungefähr die Hälfte der Fastentage nur Rohkost/Schonkost zu sich nehmen!)

Und ich mache mir auch Gedanken, warum Gott das überhaupt so geregelt hat, mit der Energieaufnahme. Warum müssen wir überhaupt essen? Warum haben wir eine Verdauung? Warum können manche essen was sie wollen und warum können wir von Essen dick und krank werden? Warum essen wir andere Lebewesen und künstliches Zeug wie Gummibärchen und andere Süßigkeiten, die uns den Darm verkleben?

Essen ist Gemeinschaft. Essen ist Genießen und Teilen. Schmecket und Sehet, wie freundlich der Herr ist! Das ist ein Vers aus Psalm 34. Erstaunlich. Beim Schmecken, beim Essen, erkennen wir Gottes Freundlichkeit.

in Uganda
 Essen ist nicht nur Energieaufnahme. Gott verbindet für uns ein notwendiges Übel mit einem Geschenk: Geschmack!

Fastet man eine längere Zeit, dann wird der Geschmack wieder intensiver. All das Salz, Zucker, Geschmacksverstärker lassen unsere Geschmacksknospen den wahren Geschmack einer Gurke oder einer Tomatensauce gar nicht mehr wahrnehmen.
Schmecket, wie freundlich der Herr ist!

Fastet man eine längere Zeit, dann wird man auch dankbar. Denn ich habe furchtbar gegen mich gekämpft am Anfang. Ich wollte einfach nicht verzichten. Für mich ist Nahrung an jeder Straßenecke verfügbar. Das ist aber
nicht überall auf der Welt so. Ich schwimme im absoluten Nahrungsmittelüberfluss, wir werfen Tonnen von Lebensmitteln weg! Wenn ich wieder essen darf, bin ich dankbar für jeden Bissen, den ich machen darf.
Schmecket, wie freundlich der Herr ist!

Fastet man eine längere Zeit und hat das Pech, dass man auf einen Geburtstag eingeladen wird oder mit anderen essenden Menschen zusammen lebt oder wie ich, den Kindern in der Kita das Essen richten muss, (etc.) dann merkt man, dass Essen verbindet und Gemeinschaft fördert!
Schmecket, wie freundlich der Herr ist!

Jesus hat sich oft mit seinen Jüngern zum Essen getroffen oder andere Menschen zum Essen eingeladen (bzw. sich bei ihnen eingeladen! =D ). Sicher nicht ohne Grund.
Oft sind wir genervt von dem langen Vorbereiten, Kochen und nach dem Essen muss dann noch abgewaschen und geputzt werden. Aber finden nicht in der Küche die besten Gespräche statt?
Essen und alles, was damit zu tun hat, also einkaufen, kochen, spülen, ist ein großes Geschenk, so wie wir es in Deutschland erleben. Und das will ich mit jeder Faser wieder mehr genießen. Und manchmal benötigt es eben erst eine Fastenzeit, um zu verstehen, wie freundlich der Herr ist :)

Love,
Anni

Kommentare:

  1. Bin ganz neu hier - und von diesem Artikel total begeistert! Danke für all die Gedankenanstösse zum Thema Fasten & Genuss! Auch Dein Schreibstil gefällt mir sehr! Ich komme wieder!

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    1. Liebe Sabine, wie schön dass du hierher gefunden hast, herzlich willkommen :) Danke für das Kompliment, das ermutigt mich sehr, ich habe das Gefühl ich schreibe oft etwas zu wirr ;) Ganz liebe Grüße, Love Anni

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  2. Hut ab liebe Anni, fasten und arbeiten. Das habe ich nicht geschafft, generell komme ich, seit ich Mama bin nicht mehr dazu. Aber deine Gedanken kann ich sehr gut nachvollziehen, früher habe ich mindestens einmal im Jahr ein Heilfasten eingelegt. Aktuell verzichte ich aber immerhin auf den Süßkram ;). Und auch das tut schon soooo gut.

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