Freitag, 1. Mai 2020

"...die Hölle los!"

Letztes Wochenende lag ich im Garten im Liegestuhl und habe eine Unterhaltung von zwei Nachbarn mitgehört. Der eine ist Vater von drei Töchtern, der Andere hat eine Tochter, die etwa 10 Monate alt ist.

Gleich ist es wieder gut <3
Die Unterhaltung war kurz und hauptsächlich ging es um die Anzahl der Kinder. Der Kommentar des Papas mit dem Baby ging mir durch Mark und Bein, ich wäre fast aus dem Liegestuhl aufgesprungen (vielleicht hätte ich es machen sollen?).
"Mir reicht schon die Eine. Da ist manchmal schon die Hölle los." Hahaha. Ein sarkastisches Lachen. Die Töchter alle rings umher, kriegen alles mit. Hahaha.

WIE BITTE?!?

Väter, ist euch bewusst, dass eure Worte eine immense Kraft haben? Dass sie die Identität eurer Kinder prägen? Dass ihr es seid, von denen eure Kinder Bestätigung und Liebe suchen?

Sicher, das Leben mit einem Baby ist manchmal anstrengend. Sicher, manchmal ist es nervig, wenn das Kind weint und man den Grund nicht versteht. Sicher, man muss nicht alle Phasen immer toll finden. ABER:
"Kinder sind ein Geschenk des Herrn, sie sind ein Lohn aus seiner Hand." Psalm 127, 3

Unser Segen
Das ist das Gegenteil der Hölle. Kinder sind ein Segen. Kinder sind ein Geschenk für uns, durch das wir wachsen dürfen. Klar, ist das manchmal schwierig und unbequem. Aber so gut!
Bitte achtet darauf, was ihr über eure Kinder sagt und was ihr zu euren Kindern sagt. Aus dem gleichen Garten hörte ich auch schon Dinge wie "Spinnst du eigentlich?", "Tu nicht so blöd!", "Das ist viel zu gefährlich" etc. In der aktuellen Family gibt es gerade einen tollen Artikel über die Macht der Worte von Sarah Lauser, so bin ich auf ihren Blog und ihr Buch Happy New Wir gestoßen (Empfehlung!!). Ich habe auch schon mal hier drüber geschrieben.

Auch in unserem Haus kommt es vor, dass ich Worte sage, die ich nicht so meine. Das passiert. Ich bin ein Mensch mit einer Kapazitäts- und Geduldsgrenze.
Aber wenn es passiert, dann entschuldige ich mich bei meiner 16 Monate alten Tochter dafür und ersetze die ausgesprochene Lüge
mit der Wahrheit. Das heißt, wenn mir ein "Bitte mach jetzt nicht so ein Theater" rausrutscht, dann nehme ich sie auf den Schoß und sage: "Tut mir leid, dass ich das gesagt habe. Ich meine es nicht so. Du darfst deine Gefühle fühlen. Aber jetzt suchen wir zusammen eine Lösung."
Natürlich versteht sie das noch nicht. Ich bin eigentlich auch kein großer Fan davon, Kinder so "an die Wand zu reden", also mit Worten zu überfordern. Aber in diesem Fall haben diese Worte auch eine geistliche Bedeutung. Ich sage sie zwar für Lou, aber nicht ausschließlich: sondern auch um ihre Identität vor allen Mächten und Gewalten klarzustellen. Sie kann es noch nicht selbst, solange tue ich es für sie und sie kann es von mir lernen.

Jedes Wort, das aus deinem Mund kommt, hat Kraft und kann dein Kind ein bisschen höher ziehen oder ein bisschen weiter runter drücken. Du entscheidest.

(Das gilt übrigens auch für alle anderen Beziehungen und Lebensbereiche. Entscheide weise über deine Worte!)

love,
anni

DIE WUNDERSCHÖNEN FOTOS SIND VON ANNE SCHLINGHEIDER

1 Kommentar:

  1. Ach wie süß ihr drei.Wünsche euch alles liebe.Und jetzt erstmla gute Erholung im Welschnofen Hotel !Grüße Sabine

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